Drahtlose Verbindung zum Beamer mit mobilen Endgeräten

Hallo zusammen,

wir standen bei uns an der Schule nun eine lange Zeit vor dem Problem ein vernünftiges Konzept für die drahtlose Bildschirmübertragung zu erarbeiten. In meiner Eigenschaft als Stick-Man bei uns war es meine Aufgabe hier eine akzeptable Lösung zu finden.

Ich hatte bereits im Vorfeld immer wieder privat finanzierte HDMI-Sticks für den Beamer ausprobiert. Eine Kollegin hatte zunächst ein System gekauft, bei dem das ganze kabelgebunden ins Schulnetz eingegliedert werden musste. Das hat mich zwar nicht überzeugt, aber so lernte ich den Hersteller dieses Systems kennen. Aus diesem Grund habe ich erste Versuche mit dem HDMI Stick von Measy und dem System EZCast unternommen. Die Stabilität hat mich aber noch nicht restlos überzeugt.

Als Surface Nutzer war es für mich zunächst nur wichtig, dass ich mein Surface in Kombination mit OneNote als digitales Whiteboard verwenden konnte und so versuchte ich es dann mit dem Microsoft Wireless Display Adapter V1 und war eigentlich relativ schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Die Stabilität dieses System hat mich negativ überrascht, ein großer Delay und nicht reproduzierbare Verbindungsabbrüche waren an der Tagesordnung. Mir persönlich erschließt sich hier nicht, wieso das System Surface/MWDA nicht perfekt funktionieren sollte, aber es war leider so.

Welche Alternativen gibt es also:

  1. Chromecast
  2. MWDA V2
  3. AppleTV

Für uns als BYOD Schule musste schnell klar sein, dass es nur ein System sein kann, dass alle Geräte unterstützt. Daher fielen die genannten Alternativen also leider flach.

Diese Sticks sind nicht dazu geeignet, alle Systeme abzudecken.

Daher fiel meine Wahl auf den EZCast Pro Stick. Man benötigt zwar hier eine App für die Windows- und Androidgeräte, aber die stellte nach kurzer Einarbeitung kein Hindernis dar und hat sogar noch Vorteile.

Der EZCastPro kann halt auch mit Apple, das ist je nach Kollegium natürlich von Vorteil.

Bei uns ist der EZCastPro nun seit einiger Zeit im Dauertest. Wir sind mit der Funktionalität und der Bedienbarkeit auch für IT-Anfänger sehr zufrieden. Der einzige Mangel ist, dass die Geräte relativ schnell vom Akku her ausgesaugt werden. Wir haben dazu leider keine Vergleiche zu anderen Systemen.

Unserer Erfahrung nach hat sich das Standardsystem bewährt, Airplay bei Apple, App bei MS und Android. So laufen alle System und sind stabil.

Die Funktionen, die das EZCast-System bietet im Überblick:

  • Bildschirminhalt des Geräts „live“ übertragen
  • Dokumente, Tabellen, Präsentationen drahtlos mit Hilfe des Handys/Tablets/… übertragen
  • Echtzeitübertragung der Kamera des Geräts
  • Lokale Dateien(Video/Audio,…) an den Stick schicken
  • Internetinhalte mit dem Stick abrufen (in diesem Modus funktioniert das Endgerät nur als Fernbedienung für den linux-basierten HDMI Stick)
  • Aufteilen des Beamerbilds in zwei oder vier Teile, so dass vier Geräte gleichzeitig spiegeln können, ideal bei entsprechender Beamergröße für die Darstellung der Gruppenarbeitsergebnisse

 

Natürlich benötigt man ein wenig, bis man das System beherrscht, aber unsere Erfahrung zeigt, dass das System noch so einfach sein kann, die Technikverweigerer und Ablehner bekommt man sowieso nicht.

Dann hast du noch zwei Grobkategorien:

  • Den Interessierten/technisch versierten Kollegen: stellt kein Problem dar, einmal erklärt, er will und kann es nutzen
  • Die aufgeschlossenen aber technisch weniger begabten Kollegen: Hier haben wir uns auf ein Konzept eingelassen in dem ein paar ausgewählte Experten innerhalb des Kollegiums sich um die technischen Probleme kümmern. Viele davon tauchen nur einmal auf und sind dann im 1:1 sehr schnell aufgelöst. Wenn die Atmosphäre im Kollegium vernünftig ist, dann sind die Gespräche und kurzen Einsätze solcher Experten die optimale Lösung.

Mittlerweile ist unsere ganze Schule mit den EZCastPro Sticks ausgestattet, die ersten Mikro-Fortbildungen laufen und das System etabliert sich langsam.

Einen enormen Vorteil dieses Systems hätte ich fast verschwiegen:

Mittlerweile ist der Stick für einen Preis von unter 50€ zu erhalten, was meiner Meinung nach ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis liefert.

Rückfragen/Kritik/Erfahrungsaustausch gerne über mein Twitterprofil

Rückblick auf die BildungOnline in Hall i. Tirol

Rückblick auf die BildungOnline in Hall i. Tirol

Das 17-te Mal öffnete in Hall i. Tirol die BildungOnline ihre Pforten. Die von Harald de Zottis und Wolfgang Willburger organisierte Veranstalung ist mittlerweile zur  größte Bildungsmesse im Westen Österreichs angewachsen und steht für Innovationen im Bereich Bildung. Neben verschiedenen Firmen, die ihre Produkte zur Schau stellen, unterrichten auch verschiedene Referenten in Lerninseln Schüler der örtlichen Schule. Die digitalen Inhalte wählen sich die Referenten dabei eigens aus und setzen diese zusammen mit den Schülern um. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, zuzuschauen und auszuprobieren. Weiterlesen „Rückblick auf die BildungOnline in Hall i. Tirol“

Lehrerfortbildung – neu denken

Ein Betrag von Sebastian Schmidt (@FlippedMathe)

Die letzten Jahre war ich viel unterwegs. Dabei habe ich einerseits viele Fortbildungen besuchen und einige selbst halten dürfen. Wenn man heute von neuen Lern- und Lehrwegen spricht, muss man in meinen Augen auch Fortbildungen weiter denken und an neue Formate anpassen. Da im Zuge von Unterrichts- und Schulentwicklung immer wieder auch Fortbildungsformate neu überdacht werden, möchte ich an dieser Stelle meine eigenen Gedanken dazu sammeln. Ein Brainstorming zum weiter entwickeln. Dabei  geht es mir dieses Mal bewusst nicht um Inhalte, sondern um Faktoren, damit Inhalte richtig vermittelt werden, beim richtigen Adressaten ankommen und vor allem der nachhaltigen Entwicklung dienen. Weiterlesen „Lehrerfortbildung – neu denken“

Digitale Bildung im Seminar – Im Widerstreit mit OHP-Folien und „Schwammvorrichtungen“

Digitale Bildung im Seminar – Im Widerstreit mit OHP-Folien und „Schwammvorrichtungen“

Kein Witz – zu Beginn meiner Referendariatszeit waren DVDs und TV/Beamer-Kombinationen der letzte Schrei, wenn es um Medien im Geschichtsunterricht ging. Die OHP-Folien waren selten farbig und wenn man versuchte, sie zu archivieren, war im nächsten Jahr meistens mehr Farbe in der Plastikhülle als auf dem Unterrichtsmedium selbst. Napoleon und Co. waren dann ungefähr genauso schlecht identifizierbar als mancher gesuchter Gangster bei Aktenzeichen XY. Kurzum – ich würde diese Unterrichtsmaterialien als Seminarlehrer nicht mehr wirklich herzeigen wollen und habe diese mittlerweile auch großzügig entsorgt.

Von einer digitalen oder zeitgemäßen Bildung war da übrigens noch nicht mal die Rede. Es ist sogar noch nicht allzu lange her, da wurde meinen Referendaren eindringlich vermittelt, man solle doch neben der (Kreide)-Tafel eine „Schwammvorrichtung“ installieren, um etwaige Fehler schnell wegwischen zu können, und zwar bevor diese von der jeweiligen Seminarlehrkraft entdeckt werden.

Wer mich ein bisschen kennt, wird sich sicher denken können, was ich meinen Referendaren darauf entgegnete. Gewinnbringende Fehlerkultur incl. souveräner Umgang damit und sinnvoller Tafeleinsatz sehen im 21. Jahrhundert sicher anders aus.

Basierend auf einer Idee von Micha Busch (Schulinternes Lehrerfortbildungskonzept) habe ich vor einiger Zeit auf Twitter mein Modell („DiBiS“) für einen vielleicht fruchtbaren Umgang mit der „Digitalen Bildung“ für Referendare gepostet. Dieses möchte ich im Rahmen der Blogparade der #EduPnx noch einmal kurz kommentieren und zur Diskussion stellen. Es geht hierbei um alle Fachrichtungen, also nicht explizit um Geschichte. Insofern freue ich mich auf einen regen Austausch und Kommentare.

(„DiBiS“ – kurz kommentiert):

Im Modul 1 sind alle Seminarlehrkräfte angesprochen, letztlich wären hier auch die Experten in Psychologie und Pädagogik gefragt. Diese beiden Fächer werden bei uns an der Realschule als eigenes Fach in jeder Woche mit 90 Minuten gelehrt.

Beim Modul 2 sehe ich auch die Systembetreuer (ja, erneut, lieber Kollege Stipberger) mit in die Seminararbeit integriert. Vermutlich ist es aber gut investierte Zeit. Wenn die Referendare gut mit der Technik umgehen können, setzen sie diese auch ein und achten sicher nicht weniger auf die Geräte als „normale“ Lehrkräfte, wie die Erfahrung zeigt.

Der Seminarleiter ist beim Modul 3 der entscheidende Faktor. Ihm obliegt es, neben den schulrechtlichen Basics auch die rechtlichen Leitlinien für das „digitale Arbeiten“ zu eruieren. So wird Schulrecht auch gleich etwas praxisbezogener.

Die Hauptlast bei den Modulen 4 / 5 liegt dann sicher bei den jeweiligen Seminarlehrkräften in den einzelnen Fächern. Hier sollte man mit gutem Beispiel vorangehen und immer wieder Elemente des „digitalen Unterrichtens“ ausprobieren. Dies kann auch im Rahmen des wöchentlichen Lehrbeispiels erfolgen. Wenn man uneitel an die Sache herangeht, kann man sicher auch seinen Referendaren die Angst vorm Perfektionismus nehmen. Ich selbst hatte schon öfter bahnbrechende Einfälle, die sich dann als gut maskierte Flops erwiesen, …

… welche man dann gemeinsam im Modul 6 reflektieren und analysieren kann. Auch hier bieten sich wieder Anknüpfungen zur Lernpsychologie und Pädagogik an.

 

 

Digitalisierung – Wo bleibt der Mensch!?!

Wir alle sprechen vom Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Lernen und Lehren soll immer mehr digital werden. Diskutiert wird über den Einsatz von Tablets, Leasing-Modelle, BYOD, usw. Ich ertappe mich immer wieder zu diesem Thema die gleichen Fragen zu stellen.

  1. Wer – bitte schön – soll die Wartung und die Pflege der Geräte übernehmen?
  2. Können wir den Kindern und Eltern die Pflege der Geräte, die sie im Unterricht verwenden,  überlassen – auch wenn sie deren Eigentum sind? SInd wir hier nicht auch irgendwie in der Pflicht?
  3. Welche Kompetenzen brauchen wir als Lehrer in diesem Fall?
  4. Kann eine Person (wie immer der Systembetreuer) das überhaupt schaffen?

Welche Lawine schiebt sich denn da auf uns zu? Gedankenspiele, die nicht soweit weg sind. Weiterlesen „Digitalisierung – Wo bleibt der Mensch!?!“