DiBiS

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Im Schuljahr 2017/18 startet an der Realschule am Europakanal in Erlangen ein Pilotversuch für Referendare – Digitale Bildung soll endlich in der Seminarausbildung ankommen. Auf dieser Seite soll journalartig über die einzelnen Sitzungen berichtet und die dazugehörigen Materialien hochgeladen werden. Anhand des DiBiS – Wochenplan (Theoretische Grundlage ist der Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen) können Sie sich ebenso orientieren. Ab Sitzung 5 finden Sie mittlerweile 17 hilfreiche Handouts, die Sie gerne für Ihre eigenen SchiLFs und Fortbildungsveranstaltungen verwenden können. Ausdrücklich erwünscht sind Kommentare, Ergänzungen und Widersprüche. Auf dem Deutschen Lehrerforum 2017 wurde das Projekt im Rahmen eines Barcamps bereits vorgestellt und als eine wichtige Initiative für die Lehrerausbildung bezeichnet. Treten auch Sie mit uns in den Austausch und verfolgen Sie unser Projekt regelmäßig. Auf dem verlinkten Etherpad können Sie uns Ihre Ideen gerne mitteilen und die Gedanken aus dem Deutschen Lehrerforum ergänzen.

(Titelbild: Danke an © Katja Anokhina)

1. Sitzung (18.09.):

In der ersten Sitzung stellten Markus Bölling und ich unser iPad-Klassen-Konzept vor, das seit 2011 einen wichtigen Bestandteil unserer Digitalstrategie darstellt. Neben den technischen Voraussetzungen (WLAN, Einbindung der Geräte etc.) zeigten wir den Referendaren praktische Beispiele und konkrete digitale Unterrichtsszenarien auch aus Nichtseminar-Fächern, z. B. Biologie.

Mit einer kurzen Einführung in den Schulversuch Digitale Schule 2020 und dessen Hintergründe endete die „Kickoff-Veranstaltung“.

2. Sitzung (25.09.):

Unter der tatkräftigen Mithilfe unseres Medienwarts Jörg Stierhof wurden die Referendare in das „digitale Klassenzimmer“ eingewiesen. In vielen Räumen sind Dokumentenkamera, Whiteboard, ein interaktiver Beamer mit Apple TV und ein schulinterner Laptop die Standardausrüstung. Besonders die Möglichkeit des „Demokratisierens des Beamers“ durch das Projizieren von digitalen Inhalten auf das Whiteboard wurde mit den eigenen Geräten gleich mal im Realeinsatz getestet. Verkabelungs- und Anschlussprobleme sollten nun – vor den ersten Unterrichtsstunden – keine größere Hürden mehr darstellen, sodass die ganze Energie in die eigentliche Lehreraufgabe fließen kann.

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Das Herzstück des digitalen Klassenzimmers an der Realschule am Europakanal

 

3. Sitzung (04.10.): Der schulintere offene Klassenraum EduBlog stand im Zentrum der heutigen DiBiS-Sitzung. Anhand praktischer Beispiele wurde gezeigt, wie mithilfe von Blogbeiträgen der Unterricht u. a. in den iPad-Klassen vorstrukturiert und durchgeführt werden kann. Das WordPress-Blog dient allerdings nicht nur der Distribution und Organisation von Arbeitsblättern und Aufträgen, sondern kann auch als interaktives Tool mit H5P-Beiträgen angereichert werden, sodass die Schüler auch direkt im Blog arbeiten können. Als einer Art „Appetizer“ wurde knapp demonstriert, wie sich ein YouTube-Video mit wenigen Klicks zum Lernvideo „upgraden“ lässt. Die Mediathek des Blogs dient auch dem Materialaustausch untereinander und kann als eine weitere Möglichkeit der Kollaboration innerhalb unseres Kollegiums genutzt werden. Dass sich dabei auch viel Papier und Kopierzeit einsparen lässt, ist sicher gerade im Referendariat ein nicht zu unterschätzender „Mehrwert“.

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Ein neuer Blogbeitrag entsteht innerhalb weniger Klicks – so kommt der Unterricht zuverlässig zu den Schülern

 

4. Sitzung (11.10.): Einfach in der Bedienung, zuverlässig im Alltag – so lässt sich das Arbeiten mit unserem schulinternen Verwaltungs- und Kommunikationssystem ClaXss beschreiben, das unsere Referendare heute im Rahmen einer eigenen DiBiS-Sitzung kennenlernen durften. Unter der kompetenten Anleitung von Frau Schamberger wurden erste E-Mails verfasst, Absenzen gecheckt und die Möglichkeiten des virtuellen Elternkontakts ausgelotet. Besonders praktisch ist auch die Option, die bei Sprechtagen zur Terminbuchung genutzt werden kann. Im zweiten DiBiS-Teil wurde dann meinerseits in die Funktionsweise des Notenmanagers eingewiesen. Neben der Notenverwaltung aller Leistungsnachweise bietet das Programm auch hilfreiche Formulare zum Klassenmanagement. Ein Ausblick auf das datenschutzkonforme Erstellen und manuelle Archivieren von Ordnungsmaßnahmen (die hoffentlich nicht allzu oft erhoben werden müssen ;)) sowie die Zeugniserstellung stellten den Endpunkt der sehr theoretischen, aber dennoch essentiellen DiBiS-Einheit dar.

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Verwaltung, Archivierung und Elternkommunikation – der Beruf des Lehrers umfasst viel mehr als „nur“ Unterricht

 

5. Sitzung (18.10.): Nachdem die ersten Wochen vor allem aus Technik und den schulinternen Rahmenbedingungen bestanden, wurde es nun lerntheoretisch. Das SAMR-Modell und die 4Ks des Lernens wurde thematisiert und meinerseits vorgestellt. Besonderes Interesse erlangte bei den Referendaren vor allem das Konzept der 4K, da hierbei festgestellt wurde, dass es dabei keineswegs nur um Digitale Bildung, sondern um „guten, ggf. auch zeitgemäßen Unterricht“ geht. Praktische Anwendungsbereiche und konkrete Unterrichtsszenarien wurden ebenso im Rahmen eines Etherpad-Brainstormings gesammelt, wie auch Kritikpunkte am Konzept angerissen wurden. Für alle Interessierten stelle ich meine Infobroschüre zum Thema gerne zum Download zur Verfügung.

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Digitale Bildung lerntheoretisch – Das SAMR-Modell und die 4K

 

6. Sitzung (08.11.): „Wie digital sind unsere Schüler wirklich?“ Unter diesem kontroversen Thema diskutierten unsere Referendare, der Co-Experte Seminarlehrer für Französisch Martin Klinger und ich über mögliche Einflüsse, Aspekte und Studien, die widersprüchlicher kaum sein könnten. Es fiel mir nicht gerade leicht, im Dschungel der Daten und Begriffe ein einigermaßen ausgewogenes und valides Paper zu erstellen, von dessen Stichhaltigkeit Sie sich durch das integrierte Download-Angebot selbst ein Bild machen können. Dank Herrn Axel Krommer, der sich in der ihm eigenen Art via Twitter an der Konzeption der Sitzung dankenswerterweise beteiligte, konnte auch eine umfangreiche Literaturliste erstellt werden, die zum Weiterlesen dienen kann. Wie immer freuen wir uns auf weitere Ergänzungen und Feedback zu unserem Projekt.

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7. Sitzung (15.11.): Kahoot! und Co sind aus dem digitalen Klassenzimmer nicht mehr wegzudenken. Quizanwendungen und ihre teilweise doch recht inflationäre Verbreitung können aber durchaus auch sinnvoll in Unterrichtsszenarien aller Fächer integriert werden. Wie dies gelingen kann und auch über andere Fragen zu diesem beliebten Thema, debattierten wir in dieser DiBiS-Sitzung, die unter dem Titel „Quizdidaktik“ stand. Neben der Präsentation der wichtigsten Tools beschäftigten wir uns auch mit der „Quizifizierungsgefahr der digitalen Bildung“ aus didaktischer Sicht am Beispiel der Argumente, die Philippe Wampfler vor Kurzem formuliert hatte. Im anschließenden Praxisteil erarbeiteten die Referendare über ein kollaboratives Padlet Kriterien für gute Quizfragen. Das Handout zur Sitzung ist wie immer über diesen Link abrufbar.

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Der Output der Sitzung – gesammelt via Padlet

 

8. Sitzung (29.11.): Den Weg zu den magischen d = 0,73 aus der Hattie-Studie vollzogen wir in der heutigen DiBiS-Sitzung nach. Feedback, dessen verschiedene Ebenen und natürlich auch wieder eine Tool-Liste standen auf der Agenda. Neben einer Diskussion, welche weiteren Einsatzszenarien mit den gezeigten Anwendungen möglich wären, vollzogen wir erste Schritte mit „FeedbackSchule“, das in diesem Schuljahr bei uns neu im Seminarbetrieb eingesetzt wird. Nach der Erstellung erster eigener Fragebögen und dem Bekanntmachen mit der Plattform, wurde vereinbart, dass sowohl ich selbst als auch die Referendare noch in diesem Kalenderjahr in einer ausgewählten Klasse eine Feedback-Umfrage durchführen werden. Die Ergebnisse werden allerdings natürlich hier nicht veröffentlicht (was mich durchaus auch ein wenig erleichtert ;)), sondern sollen vor allem der Eigenevaluierung dienen. Der zur Sitzung dazugehörige Handzettel kann an dieser Stelle wie immer als OER-Angebot heruntergeladen werden.

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Die ersten Schritte mit „FeedbackSchule“ – ein tolles Tool!

 

9. Sitzung (06.12.): DiBiS ist, wie man dem Wochenplan entnehmen kann, natürlich ein Projekt, das sich vor allem mit den sinnvollen Einsatz von Digitalen Medien im Unterricht beschäftigen will.  Trotzdem sollen auch medienpsychologische Themen, wie z. B. das Phänomen „Cybermobbing“ nicht ausgespart werden, um unseren Referendaren ein ganzheitliches „Digitales Bildungsangebot“ offerieren zu können. Die heutige Einheit bot demnach auch allerlei Diskussionsstoff, da mit dem o. g. Thema natürlich alle Beteiligten in irgendeiner Form schon einmal in Berührung gekommen sind. Es ergab sich der Konsens, dass Schule am besten proaktiv handeln sollte. Gerade die Elternarbeit spielt in dieser Hinsicht eine entscheidende Rolle. Auch in Vertretungsstunden könnte eine Thematisierung mit den Schülern stattfinden. Ideen, wie man kompetent beraten und auf schon bestehende Angebote hinweisen kann, liefert wie gewohnt das Paper zur Sitzung, das hier zum Download bereitsteht.

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Unabdingbar beim Thema „Cybermobbing“ – Kenntnisse über Soziale Netzwerke

 

10. Sitzung (13.12.): Wie prüfe ich digital? Eine berechtigte Frage, die heute allerdings noch nicht wirklich soweit gefasst wurde, dass es gleich um eine Diskussion bzgl. einer neuen Prüfungskultur ging. Zunächst standen einige Basics auf dem Programmplan, die ich im Folgenden unter der Überschrift „Formative Tests“ zusammengefasst habe. Das Ausprobieren von einfachen Prüfungstools, wie z. B. „Socrative“, beherrschte den Großteil der Sitzung. Markus Bölling gewährte zudem Einblicke in seinen IT-Unterricht, der komplett über Mebis läuft und die dort möglichen Prüfungsarten nutzt. Weitgehend einig waren sich alle Teilnehmer, dass auch das „traditionelle Prüfen“ per Hand einige Fehlerquellen mit sich bringt, die durch den Einsatz von Digitalen Medien in vielen Fällen zumindest einmal minimiert werden können. Die Tischvorlage kann wie immer gerne als Download heruntergeladen werden.

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Grundwissensabfrage Geschichte Klasse 7 digital und im Härtetest

 

11. Sitzung (20.12.): Mit der Sitzung zum Thema „Richtig gut präsentieren“ verabschiedete sich unser Projekt in die wohlverdiente Weihnachtspause – das allerdings mit einem HIghlight. Markus Bölling referierte über die Grundregeln des Präsentierens und gab anhand einer sehr anschaulichen und mit vielen praktischen Beispielen versehenen Keynote hilfreiche Tipps zum eigenen Weiterarbeiten. Es wurde offensichtlich, dass man auch diese „Kunst“ erlernen kann, wenn man die ihr innewohnende Grammatik beherrscht. Dass dabei auch analoges Planen eine Rolle spielt, verblüffte zunächst, erwies sich dann im Gesamtzusammenhang aber als durchaus schlüssig. Nicht zuletzt von eminent wichtiger Bedeutung ist auch die Tatsache, dass gerade auch beim Bewerten von Schüler-Präsentationen es unabdingbar ist, sich mit dieser Thematik etwas intensiver zu beschäftigen. Auch eine „Methodenstunde“, die man mit den Schülern durchführen könnte, wäre ein produktiver Anknüpfpunkt, um die erlernten Aspekte demnächst im realen eigenen Unterricht auszuprobieren. Wie immer ist hier das Handout zum Download abrufbar. Ein Etherpad mit weiteren Links zum Thema darf gerne von Ihnen, unseren Lesern, ergänzt werden (danke an Ulrich Hierdeis und Armin Hanisch).

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#BayernEdu wünscht seinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018!

 

12. Sitzung (10.01.): Der Januar ist an unserer Schule traditionell die Zeit der 1. Prüfungslehrproben. Insofern beschäftigte sich DiBiS heute auch eingehender mit möglichen Exitstrategien, falls während dieser entscheidenden Stunde überraschenderweise das Internet ausfallen sollte. Eine Angst, der man vorbeugen kann, wenn man gewisse Ideen parat hat, im Falle des „Offline-SuperGAUs“ trotzdem souverän zu agieren. Als ein Nachtrag zu einer der vorangegangen Sitzungen wurde zunächst Plickers ausprobiert. Diese Anwendung ist eine halbdigitale Variante der schon besprochenen Quiz- und Feedback-Tools, bei der die Lehrkraft z. B. mithilfe eines Smartphones die Antworten der Schüler personenbezogenen via Scan-Vorgang „einsammeln“ kann. Außerdem wurde folgende Fragen gestellt, die wir gemeinsam wie folgt beantworteten:

  • Wie kann ich YouTube-Videos zeigen, wenn ich diese nicht streamen kann?

A: Schwierig, da ein Download gegen das Urheberrecht verstößt. Eventuell könnte hilfreich sein, sich mit dem jeweiligen TV-Sender (wenn identifizierbar) in Verbindung zu setzen, um einen digitalen Mitschnitt für den schulischen Einsatz zu bekommen.

  • Soll ich den Unterricht über den EduBlog „laufen lassen“?

A: Ja, unbedingt. Alles so wie immer machen. Allerdings den Beitrag mit einem neuen geheimen Passwort versehen, damit die Schüler nicht vorab darauf zugreifen können. Zudem empfiehlt es sich die „Planen“-Funktionen zu nutzen.

  • Lohnt es sich vorab den Raum vorzubereiten? 

A: Definitiv, die Räume stehen schon am Vornachmittag zur Verfügung. Vor allem die Basics, wie z. B. eine korrekte Verkabelung sollten gecheckt werden.

  • Wie kann ich verhindern, dass sich mein iPad dauernd vom AppleTV trennt?

A: Es ist sicher besser, wenn man die Dauer der „Automatischen Sperre“ des Bildschirms auf „Nie“ einstellt und das iPad nicht „zuklappt“. Dann bleibt auch die Verbindung bestehen.

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13. Sitzung (17.01.): Pünktlich zum Lehrprobenzeitraum thematisierte DiBiS heute das theoretische Thema „Urheberrecht“. Außerdem wurden das CC-Lizenz-Modell und das OER-Projekt vorgestellt, die beide dazu dienen, Bildungsmaterialien frei und kostenlos zur Verfügung stellen zu können. Erfreulicherweise konnten die Referendare hier schon einige Kenntnisse nachweisen, was letztlich durch einige praktische Tipps noch ergänzt werden konnte. So wurde am Beispiel „Hamburger“ – einer Vokabel, die demnächst in einer Französisch-Stunde eingeführt werden soll, gezeigt, wie man mithilfe der „Erweiterten Suche“ bei Google, „freie Bilder“ findet. Darüber hinaus wurde erprobt, wie man die angegebene Lizenz bei „Wikipedia-Bildern“ finden kann, um diese dann wieder in eigenen Materialien zu nutzen. Am Beispiel des neuen OER-Atlas 2017, der als Ideenbörse für das eigene Unterrichten mit offenen Bildungsmaterialien dienen kann, diskutierten wir auch über den „Sharing is caring“-Gedanken, der einen Bestandteil einer digital kompetenten Lehrkraft im 21. Jahrhundert darstellen sollte. Anhand eines LearningSnacks können auch Sie 10 wichtige OER-Seiten spielerisch entdecken. Das Handout zur Sitzung steht ebenso zum Download unter dem Titel „Ad fontes 4.0“ bereit.

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Entdecken Sie 10 wichtige OER-Seiten für Ihren Unterricht mit diesem LearningSnack!

 

14. Sitzung (31.01.): 
(Anm.: Auch wenn ich als Leiter der DiBiS-Sitzungen verhindert bin, geht das Projekt natürlich weiter – großer Dank geht an Frau Schachenmeier, die folgendes Protokoll der 14. Sitzung verfasst hat)
Mit Markus Bölling als Leiter der Sitzung zur Einführung der Lernplattform „Mebis“,
hätten sich die Referendare wohl kaum einen kompetenteren Sprecher wünschen können. Folglich erhielten sie einen umfassenden Einblick in die mannigfaltigen
Möglichkeiten der Site, zu denen unter anderem eine beeindruckende Mediathek gehört, welche sowohl bequem und schnell eine Fülle an Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt, als auch Einblick in archivierte Abschlussprüfungen erlaubt. Damit erschöpft sich
die Bandbreite von „Mebis“ jedoch bei Weitem nicht: Lehrkräften ist es zudem möglich, eigene Online-Kurse zu erstellen und diese mit herunterladbaren Materialien zu versehen, um sie ihren auf der Plattform registrierten Schülerinnen und Schülern zur Verfügung zu stellen. Zudem erlaubt „Mebis“ nicht zuletzt das digitale Testen durch ein ausgeklügeltes und äußerst differenziertes System, welches verschiedenste Testformate,
Aufgabenformen und individualisierte Bewertungskriterien erlaubt. Natürlich hat die Fülle der genannten Features nicht nur Vorteile: Nur allzu leicht werden vor allem „Mebis“-Novizen von der Komplexität der Plattform geradezu erschlagen. Trotzdem steht – vor allem nach der heutigen DiBiS-Sitzung – außer Frage, dass „Mebis“ die Mühe
der Einarbeit auf jeden Fall wert ist.
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Mebis – eine gute Option für den BYOD-Ansatz

 

15. Sitzung (07.02.): Mit einem echten Highlight wartete die Sitzung zum Thema „Digitale Schulbücher“ auf, da mit Benjamin Heinz (IDL Eichstätt / Cornelsen) ein profunder Kenner der Materie als Gastredner gewonnen werden konnte. Am Beispiel des mBooks wurde sehr anschaulich erläutert, welche eigene „Grammatik“ einem digitalen Schulbuch innewohnt. Neben der vielen Möglichkeiten – gerade auch im Bereich der medialen Inhalte – kann ein „Digitales Schulbuch“ nur dann eine passende Alternative sein, wenn neben der Benutzerfreundlichkeit auch eine passende didaktische Konzeption dahinter steht. Wie man dies auch einmal mit seinen Schülern selbst ausprobieren kann, wurde dann meinerseits durch die Vorstellung der App „Book Creator“ ergänzt. In einer abschließenden Diskussion reflektierten die Referendare die Chancen und Risiken des Einsatzes von „Digitalen Schulbüchern“. Als ein Endergebnis wurde festgehalten, dass – vor allem als Form des Offenen Unterrichts verstanden – gerade auch in der Beschäftigung mit dem „Leit(d)medium Schulbuch“ die Konzeption von zeitgemäßen Unterrichtssettings möglich ist. Zu dieser Sitzung ist übrigens wieder ein Handout zum Download verfügbar. Wir danken Benjamin Heinz für den Input und seinen Besuch an unserer Schule. Ein Projekt wie DiBiS lebt gerade auch von der Analyse der Unterrichtspraxis, die wir mit deiner Hilfe sehr gut bewerkstelligen konnten.

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16. Sitzung (21.02.): Erfreulicherweise befindet sich unser Ausbildungsplan „DiBiS“ sehr gut im konzipierten Zeitplan, so dass es in den nächsten Wochen um die Megathemen „Flipped Classroom“ und „Lernvideos“ gehen wird. Außerdem werden die Sitzungen nun immer am Montag stattfinden, d. h. bereits am 26.02. geht es mit „DiBiS“ weiter.

Zur Einführung in das Thema konnte ich nun endlich meinen sehr geschätzten Kollegen Jan Vedder zumindest virtuell nach Erlangen einladen, indem ich sein mit PowToon erstelltes Erklärvideo zum Thema „Flipped Classroom“ präsentieren konnte. Der in Niedersachsen tätige Vedder arbeitet ebenso wie ich im Rahmen der Lehrerausbildung am Thema „Digitale Bildung“ und betreibt auch einen sehr lesenswerten Blog, den ich an dieser Stelle gerne empfehlen möchte. Zufällig fand gleichzeitig an der FH St. Pölten (Österreich) eine namhafte Konferenz zum Thema (Link zum Tagungsband) statt, so dass wir gleich in eine Diskussion über den aktuellen Forschungsstand gerieten. Es zeigte sich hierbei auch, dass unsere Referendare im Hochschulbereich mit dem Konzept bisher keine eigenen Erfahrungen in Seminaren o. ä. Veranstaltungen gemacht haben. Darüber hinaus sammelten wir mithilfe des Blogs von FC-Legende Sebastian Schmidt Startvoraussetzungen für eigene FC-Projekte, was z. B. eine interessante Idee für ein Unterrichtsprojekt im Rahmen der schriftlichen Hausarbeit darstellen könnte. Letztlich war man sich einig, dass der Lernerfolg im Wesentlichen wohl von drei Faktoren abhängt: Sicherstellung, dass der Lernstoff verstanden wurde, Didaktischer Upgrade der Präsenzphase, Veränderung des Rollenverständnisses von Lehrer und Schüler. Für die nächste Sitzung wurde vereinbart, dass alle DiBiS-Teilnehmer schon bestehende Flipped Classroom-Webseiten für ihre jeweiligen Fächer recherchieren und auf ihre Nutzbarkeit hin untersuchen sollen.  Das Handout steht wie immer zum Download unter einer CC-Lizenz zur freien Verfügung bereit.

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„Flipped Classroom“ witzig und informativ in Form eines Cartoonvideos präsentiert

 

17. Sitzung (26.02.): In einer vertiefenden Sitzung beschäftigte sich DiBiS nochmals mit dem Thema „Flipped Classroom“ – diesmal standen die bestehenden Angebote, Forschungsergebnisse und die Kritik an der Methode im Vordergrund. Als kleine Einführung diente hierzu mein kurzes Erklärvideo, welches ich mit der Classroom-Lizenz von mysimpleshow erstellt hatte (danke an dieser Stelle an Andreas Oswald, der mir die Seite im Rahmen der letzten Seminarlehrerfortbildung wärmstens und zurecht empfohlen hatte). Daran anschließend verwies ich nicht nur auf die Diskussion zur Methode, die sich wunderbar auf dem Blog von Christian Spannagel nachlesen lässt, sondern wir debattierten auch über die Erkenntnisse, die sich aus dem bereits in der letzten Sitzung kurz angerissenen Forschungsprojekt „Flip your Class!“ ergeben hatten. Auf diesem sehr anschaulichen Poster können Sie diese ebenfalls schnell abrufen. In einem praktischen Teil sammelten wir mögliche Channels, Beispielvideos und Webseiten, welche auf ihren praktischen Einsatz im Unterrichtsalltag – auch bei einer etwaigen Erprobung der Methode Flipped Classroom – hin überprüft wurden. Die Links können auf dem hier angefügten Etherpad eingesehen werden. Über Ergänzungen und Kommentare würden wir uns sehr freuen, die Liste hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

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Angebote und Kritik des Flipped Classrooms mit mysimpleshow knapp erklärt – ein Tool mit Potenzial

 

18. Sitzung (05.03.): Mit einer sehr arbeitsintensiven Sitzung endete die DiBiS-Sequenz rund um das Thema „Lernen mit Videoinhalten“. Theorie und Praxis der sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden „Tutorials“ standen auf dem Programm. Nach einer knappen Einführung meinerseits, die wie immer als Handout heruntergeladen werden kann, wurden Gruppen gebildet, die sich mit der Erstellung eines Bewertungsbogen für diese digitale Aufgabenstellung beschäftigten. Als Grundlage diente hierbei neben den präsentierten Bewertungskriterien die Idee des Potsdamer Lehrers Stefan Schwarz, der in seinen Klassen derartige Produkte mit der so genannten „Single-Point-Rubric-Methode“ benotet. Die sehr unterschiedlichen Lösungen können über das angefügte Etherpad und diesen Evaluationsbogen eingesehen werden. Wir würden uns auf alle Fälle über Feedback / Kommentare zu unseren Ideen freuen. In einer weiteren Sitzung wird in naher Zukunft auf Wunsch der Referendare das Tool H5P gesondert vorgestellt werden. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass über DiBiS und #BayernEdu (spezieller Dank geht an dieser Stelle an Michael Graf) in der Ausgabe 1/2018 in der Verbandszeitschrift des brlv ein Artikel erschienen ist, um das Projekt auch über die Edtech-Filterblase hinaus bekannt zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Konzept – in welcher Form auch immer – an allen Seminarschulen etablieren kann, um unsere Junglehrer für die digitale Zukunft fit zu machen.

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Referendare und Seminarlehrer beim gemeinsamen Arbeiten im Sinne der 4K – auch das ist DiBiS

 

19. Sitzung (12.03.): Unter der tatkräftigen Mithilfe von Volker Lamprecht beschäftigte sich die heutige DiBiS-Sitzung mit dem Phänomen „Fake News“ und dessen Bedeutung im schulischen Kontext. Zunächst wurde meinerseits verdeutlicht, dass schon das gezielte Streuen von Gerüchten (z. B. ein eventueller Trainerwechsel beim 1. FCN), auch wenn es sich dabei um Nonsens handelt, gerade in der digitalen Welt durchaus gefährlich sein kann. Vor allem dann, wenn der „Fake“ von anderen nicht als solcher erkannt wird. Durch Posten und Weiterleiten solcher Falschmeldungen sind wir immer „Prosumierende“ (= Konsumierende und Erzeuger in einem). Seinen Platz im Unterricht kann das Thema dadurch begründen, dass gerade beim Recherchieren und Ermitteln von Fakten den Schülern bewusst gemacht werden muss, dass in jedem Fall die Quelle angegeben werden muss. Auch ein weiteres Überprüfen der Information ist sinnvoll. Die dazu notwendigen Werkzeuge müssen Schülern vermittelt werden, damit sie diese zielgerichtet einsetzen können. In zweiten Teil der Sitzung stellte Volker Lamprecht einige Unterrichtsideen aus seinem Sozialkunde-Unterricht vor und ging dabei auch auf die Verquickung von Medien und Politik ein. Somit konnte eine spannende Brücke zwischen DiBiS und GSB geschlagen werden – also quasi Fächerverbindung im Referendariat verwirklicht werden. Wie immer ist der Handzettel zur Sitzung für Sie als Download abrufbar.

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Volker Lamprecht präsentiert die „Hoaxmap“ – Lokale „Fake News“ sicher entlarven

 

20. Sitzung (19.03.): Auf Wunsch der Referendare wich DiBiS heute etwas vom Wochenplan ab, da die Anwendung H5P und im Besonderem die Erstellung eines „Interaktiven Videos“ gemeinschaftlich erprobt werden sollten. Nach einer kurzen Einführung in die Hintergründe des Open Source-Projekts ging es dann gleich in medias res. Jeder Teilnehmer der Sitzung reicherte ein selbstausgewähltes Video mit interaktiven Elementen an und fügte dieses in unseren Edu-Blog zum Test ein. Es stellte sich schnell heraus, dass die zunächst recht mächtig aussehende Oberfläche dann doch recht intuitiv bedienbar ist. Auch das Einbetten in Mebis ist nicht wirklich kompliziert, wenn man ein paar Kniffe beachtet und es „einfach mal gemacht hat“. Anschließend tauschten wir uns noch über die didaktische Potentiale dieses Tools aus, das nicht nur nah an der Lebenswelt der Schüler ist, sondern in besonderem Maße die aktuellsten Trends aus dem E-Learning-Bereich (z. B. viele Videoinhalte in Massive Open Online Courses) aufgreift. Das Handout zur Sitzung ist wie immer zum Download verfügbar. Es wird spannend zu sehen sein, inwieweit auch andere H5P-Aufgabentypen in Zukunft seitens der Referendare in den „digitalen Unterricht“ integriert werden.

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DiBiS heute einmal im IT-Saal zum Thema H5P – das interaktive Tool für Mebis und Co

 

(21. Sitzung 05.04. – Exkurs): DiBiS goes Austria – Im Rahmen der Edudays in Krems an der Donau nutzte ich die Gelegenheit im Rahmen einer Open Space-Session unser Projekt der österreichischen E-Learning-Community vorzustellen. In der Gesprächsrunde zeigte sich, dass die Wege der Lehrerausbildung anscheinend schier unendlich viele Facetten haben, aber letztendlich die „digitalen Inhalte“ in jeglichem System noch ausbaufähig sind. Vor allem unsere DiBiS-Downloads wurden neben der Orientierung an den KMK/isb-Kompetenzen als besonders wertvoll erachtet.

Die Slides des kurzen Vortrags stehen wie immer hier zum Download bereit.

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22. Sitzung (09.04.): Aufgrund einer aktuellen Ausstellung in unserer Aula unter dem Titel „Asyl ist Menschenrecht“ ergriff Mathias Börner in dieser Sitzung die Gelegenheit, den Beitrag des Fachs Kunst in das Projekt „DiBiS“ einfließen zu lassen. Anhand einiger praktischer Beispiele wurde nicht nur besprochen, inwieweit unsere Wahrnehmung bei Gemälden, Fotographien oder Plakaten z. B. durch hinzugefügte Texte beeinflussbar wird, sondern auch dargestellt, wie unser Gehirn beim Betrachten von Bildern „den Gedanken des Bildes automatisch mitdenkt“. Probieren Sie es doch einfach nach dem Lesen des Artikels selbst einmal mit dem beigefügten Bild, das keinen Titel trägt und von der Künstlerin Anne Knefelkamp gemalt wurde, aus. Welche Assoziationen kommen Ihnen in den Sinn? Welche Gefühle weckt das Bild bei Ihnen und wie erklären Sie sich das?

Das reguläre DiBiS-Programm wird im April aufgrund einer pädagogischen Konferenz und der anstehenden Lehrproben in eine „Blended Learning“-Phase ausgelagert. Am 30.04. wird es dann einen kleinen Zwischentest für unsere Referendare geben 😉 Das 1. neue Thema dieser Einheit – Gamification – kann hier als Handout bereits abgerufen werden.

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Machen Sie mit! – Welche Assoziationen fallen Ihnen spontan ein?

 

23. Sitzung (30.04.): Nach zweiwöchiger Pause stand der o. g. Zwischentest an, der mithilfe der Anwendung Go Formative durchgeführt wurde. Neben den acht „knallharten“ Fragen zum bisherigen Jahresfortgang unseres „DiBiS“-Projekts wurde auch die Praktikabilität des Online-Tools begutachtet. Sowohl der Fragentyp „Show your Work“, bei dem man quasi handschriftlich antworten muss, als auch die Möglichkeit PDF-Dateien hochladen zu können, um diese direkt mit Fragen im Dokument zu versehen, wurden als interessant erachtet. Die Korrektur von „freien Antworten“ ist ebenso leicht – über einen Schieber – zu bewerkstelligen. Als neues Thema wurde knapp über Podcasts und deren Verwendbarkeit im Unterricht gesprochen. Zudem stellte ich die App „Opinion“ vor, mit der man schnell Audiodateien aufnehmen kann. Die einfache Handhabung und das „intuitive Schneiden“ bieten einen guten Einstieg in das Thema, der auch von jüngeren Schülern rasch erlern – und durchführbar ist. So ist es z. B. im Geschichtsunterricht möglich, anhand einer schriftlichen Quelle eine Art fiktives Gespräch zwischen zwei betroffenen „Protagonisten“ aufzunehmen, um eine kreative Art eine „Narration“ zu erstellen. Der Merkzettel zur Sitzung ist wie immer hier abrufbar.

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24. Sitzung (07.05.): Analog meets digital hieß es in dieser DiBiS-Sitzung, die unter der Überschrift „Sketchnotes“ abgehalten wurde. Nach einem kurzen Videoclip als Einstieg ins Thema wurde es sogleich praktisch. Dank der professionellen Ausstattung, die uns die Kunstfachschaft zur Verfügung stellte, übten wir uns – nach anfänglicher Skepsis – an ersten Sketchnotes. Als Basis nutzten wir das OER-Kartenspiel „Sketch it!“, das von Stefanie Maurer und Wibke Tiedmann explizit für die Lehrerfortbildung entwickelt worden ist und mittlerweile nicht nur im deutschsprachigen Raum einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Nach einer 3 x 8-minütigen Ausprobierphase zeigte sich schnell, dass es selbst für geübtere Zeichner noch einiges zu erlernen gab und prinzipiell jeder mit dieser fundierten Anleitung Erfolge erzielen kann. In der Reflexionsphase waren sich alle Beteiligten einig, dass Sketchnotes in jedem Fach einsetzbar sind, wenn eine Einführung und eine Übungsphase voran geschaltet sind. Auch als eine sinnvolle Vertretungsstunde sind Sketchnotes eine gute Idee, die wieder einmal zeigt, dass es bei zeitgemäßen Unterrichtssettings eben immer auf einen sinnvollen Mix von digital und analog ankommt. Das Handout zur Sitzung fasst diese Erkenntnisse nochmals zusammen.

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25. Sitzung (14.05.): Die Zeit rund um die Pfingstferien herum ist bei unseren Referendaren oftmals auch der Termin, wo dem Thema „Schriftliche Hausarbeit“ eine besondere Bedeutung zukommt. Es geht hierbei um die Durchführung einer Stundensequenz / eines Unterrichtsprojekts, bei der eine ausgewählte Methode oder pädagogische Herangehensweise auf ihren Lern- bzw. Lehrertrag hin analysiert werden soll. Oftmals entstehen so (digitale) Produkte, die aber nicht immer – trotz des enormen Arbeitsaufwands – bewertet werden (können, da das Schuljahr allzu oft zu schnell endet ;)). Da die Vergangenheit gezeigt hat, dass hier auch Ideen für eine neue Prüfungskultur quasi nebenbei entstehen können, beschäftigte sich DiBiS in seiner Jubiläumssitzung mit eben diesen „kreativ-digitalen Prüfungsformaten“. Zunächst wurden in einer 15-minütigen Gruppenarbeitsphase drei Schlüsselfragen reflektiert:

  • Welche Chancen bieten „kreativ-digitale Prüfungsformate“?
  • Mit welchen Risiken muss man während der Durchführung rechnen und wie kann man diesen begegnen?
  • Welche Vorschläge für eine Entwurfssammlung lassen sich finden?

Es war den Gruppen freigestellt, wie sie ihre Arbeit dokumentieren. Die Ergebnisse können Sie in der Slideshow – wie immer – begutachten. Das Handout zur Sitzung ist wie immer auch zum Download hier angefügt. Es wird interessant zu sehen sein, inwieweit die Hausarbeiten in diesem Schuljahr bereits Elemente der Bewertung enthalten, wenn sie sich ggf. mit Themen aus dem Bereich der „Digitalen Bildung“ beschäftigen sollten.

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