Autor: woereal

#edudays18

#edudays18

Tolle Menschen, eine geeignete Location und spannende Workshops – lest selbst nach, wie unser Ulrich Hierdeis in Krems an der Donau (A) mit seinen digital-musikalischen Ideen die Veranstaltung bereicherte und ganz nebenbei bei mir die Begriffsidee „Musically Reality (MR)“ aufkommen ließ.

apps4school

Mit den #edudays 2018 veranstaltete die PH Niederösterreich gemeinsam mit der Donau-Universität Krems eine Tagung für Lehrende aller Unterrichtsfächer, deren Ziel es war, Lehren und Lernen mit digitalen Medien kritisch zu reflektieren und Impulse für einen optimalen Einsatz zu geben.

Unter den thematischen Schwerpunkten „digitale Kreativität“ und „coding & making“ präsentierte ich meine Idee „digital erdacht – analog gemacht | vom Klang der Dinge“.

Mein Vortrag gewährte Einblicke  sowohl in den Makerspace „Dadamachine“  als auch in die Komposition, die diese Maschine abspielte, erklärte aber auch die Einbettung des Präsentierten in den gesamten Musikunterricht. Die Dadamachine ist für mich die logische Konsequenz in meinem Bemühen um die Einbindung digitaler Medien in den Musikunterricht der Grundschule. Insofern hatte der Vortrag auch die Funktion, meine eigene didaktische Position aufzuzeigen… Lesen Sie hier weiter.1522956589032.JPG

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Troubleshooting mit #BayernEdu

Troubleshooting mit #BayernEdu

Wie kann man als „normaler Lehrer“ seinen Systembetreuer ein wenig entlasten? Welche einfachen ersten Schritte kann jeder vollziehen, ohne gleich in Panik zu geraten? Folgender Artikel von Thorsten Kölbl nimmt sich diesem Alltagsproblem an und bietet zudem ein übersichtliches Erste-Hilfe-Handout für euer Lehrerzimmer vor Ort als Downloadangebot. Wie immer freuen wir uns auf Feedback und eure Erfahrungen gerne auch als Kommentar. 

 

Durch den Tweet von Marcel Kaufmann (Link zum Tweet) kam es zu folgender Idee: Den KollegInnen hilfreiche Tipps für den Umgang mit eventuell streikender Technik an die Hand zu geben, mit denen sie auftretender Probleme selbst Herr werden können.

Disclaimer: Jeder, der einmal mit “professionellem” Troubleshooting in Kontakt gekommen ist, mag zu Recht einwenden, dass das hier nichts mit dem Vorgehen eines Profis zu tun hat. Völlig richtig, aber ein umfängliches Troubleshooting würde zu einem komplexen Flussdiagramm mit vielen Optionen führen und ginge komplett am Ziel vorbei.

Was ist denn das Ziel?

1. Vorbereiteter Unterricht soll stattfinden können. Und zwar möglichst so, wie er vom Kollegen / von der Kollegin gedacht war. Die tägliche Erfahrung lehrt, dass viel zu oft gute Ideen verpuffen, weil die Technik nicht so will wie die Lehrkraft oder zehn Minuten vergehen, bevor das 20 Sekunden dauernde Impulsvideo zu sehen ist, etc.

2. Viele “nicht-technikaffine” KollegInnen sind durchaus willens, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, haben aber (noch) kein beruhigendes Maß an Routine im Umgang mit der nötigen Technik. Wenn dann erste Versuche daran scheitern, dass der Beamer nicht angeht, so ist das nicht nur sehr frustrierend für SchülerInnen UND LehrerInnen, sondern es erhöht die Hemmschwelle, sich beim nächsten Mal auf die Technik zu verlassen. Es wird also ohne den mebis-Kurs geplant…

3. Systembetreuer sind dieser Tage gefragte Menschen. Für einige wenige Ermäßigungsstunden verwalten sie Rechnerparks, für die in mittelständischen Unternehmen ein dreiköpfiges Team zuständig wäre. Nicht selten werden sie aus dem eigenen Unterricht geholt, um ein technisches Problem in einem anderen Klassenzimmer zu lösen. Wäre es nun möglich, dass ein einfacher Schritt das Problem für den Kollegen löst, wäre auch der Systembetreuer ein wenig entlastet.

Es entstand ein Dokument (Link zum Download) dass versucht, einige einfache Schritte aufzuzeigen, die man unternehmen kann, bevor man den Systembetreuer holt. Im Idealfall wird das Problem gelöst, der vorbereitete Unterricht findet statt und die Kollegin / der Kollege traut sich auch beim nächsten Mal, das Video in seine Vorbereitung mit einzubeziehen. Im schlimmsten Fall? Wird der Systembetreuer geholt. Und er wird sich freuen, dass er nicht als erstes ON/OFF ausprobieren muss.

Änderungsvorschläge, vor allem vereinfachender Natur, sind sehr gerne gesehen…

Alle DiBiS-Downloads auf einen Blick

Alle DiBiS-Downloads auf einen Blick

Auf vielfachen Wunsch soll dieser Blogbeitrag alle bisherigen DiBiS-Downloads etwas übersichtlicher präsentieren.

Mittlerweile hat sich das Projekt auch insofern etabliert, dass ich hierzu und zu anderen Fragen der Seminarausbildung interviewt wurde bzw. DiBiS vorstellen durfte. Diese „PR“-Aktionen sind hier nachzuhören bzw. nachzulesen:

„PR“-Aktionen: 

Podcast von Bob Blume „Der Referendarsflüsterer (Folge 12)“

Vorstellung des Projekts im Rahmen des Open Space auf den Edudays 2018 (Krems / Österreich)

Podcast von Anne Tomiuk „Vorbild Schule (Folge 16)“

 

Handouts:

SAMR und 4K

Wie „digital“ sind unsere Schüler wirklich?

Quizdidaktik

Feedback-Tools

Cybermobbing

Formative Tests

Richtig gut präsentieren

Ad Fontes 4.0 (Urheberrecht)

Digitale Schulbücher

Flipped Classroom

Tutorials

Fake News

H5P

Gamification

Podcasts

Sketchnotes

Kreativ-digitale Prüfungsformate

App-Modelle

 

Grundlegende Dokumente/Links:

DiBiS-Wochenplan

Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen

Konzept iPad-Klassen Realschule am Europakanal Erlangen II

Schulversuch Digitale Schule 2020

Website „Digitale Schule“ Realschule am Europakanal Erlangen II

 

Etherpads:

Vorstellung des Projekts auf dem Deutschen Lehrerforum 2017

SAMR und 4K

Wie digital sind unsere Schüler wirklich? 

Richtig gut präsentieren

Flipped Classroom

Tutorials und Evaluationsbogen 

 

 

Das iPad im Kunstraum – Episode I: Selbstporträt „Opie-Style“

Das iPad im Kunstraum – Episode I: Selbstporträt „Opie-Style“

Viele Kunstdidaktiker zeigen Berührungsängste mit dem Digitalen. Gleichzeitig hat die Digitalisierung verschiedener herkömmlicher Medien die Kunstlandschaft bereits transformiert:

• In gestalterischen Berufen hat das Digitale längst Einzug gehalten.

• Video und digitale Medien sind wichtige Tendenzen zeitgenössischer Kunst.

• Kinder und Jugendliche wachsen mit digital gestalteten Elementen auf und sind motiviert, diese selbst zu gestalten: Avatare, Snapchat, WhatsApp-Profilbilder.

Selbstverständlich sollen iPad und Co nicht gänzlich Bleistift und Pinsel ersetzten. Das händische Arbeiten bleibt zentraler Bestandteil jeglicher künstlerisch-pädagogischen Arbeit. Ein weiteres Ziel könnte es aber sein, neben traditionellen, haptischen Techniken / Methoden auch innovative digitalen Ideen in den Kunstraum zu integrieren. Dies soll im Folgenden anhand der Unterrichtseinheit „Selbstporträt `Opie-Style´“ demonstriert werden.

Julian Opie (1958) ist ein britischer Maler, Bildhauer und Videokünstler. Seine bekannten Porträts, welche auch im Nürnberger Neuen Museum zu sehen sind, vereinfachen diese mit klaren Linien und Flächen. Was ist charakteristisch für das menschliche Gesicht? Was kann man weglassen; was ist wichtig, um einen Menschen zu erkennen?

Um ein digitales Porträt zu erstellen, wird ein Tablet und eine Zeichen-App benötigt. Hier verwende ich das iPad und Sketches. (Einige Schüler schwören allerdings auf SketchBook von Autodesk). Grundsätzlich sind die folgenden Arbeitsschritte aber mit jedem gängigen Tablet bzw. Zeichen-App ähnlich.

Schritt 1: Aufnahme des Porträts

Nimm ein Porträtfoto mit dem Tablet auf. Wähle als Format „hochkant“ und achte darauf, dass das Gesicht das Bild füllt. Als Schulterstück en face blickt die Person gerade in die Kamera und die Schultern sind zu sehen. Ein typisches Kleidungsstück (Schirmmütze) kann das Porträt prägnant machen.

Schritt 2: Anlegen des Dokumentes mit verschiedenen Ebenen

Starte die Sketches und öffne ein neues Dokument. Importiere das Foto in die Zeichen-App. Lege mehrere Ebenen mit dem Ebenenwerkzeug über dein Foto, ähnlich wie Transparentpapier beim Durchpausen. Es werden eine Fotoebene, eine Konturenebene und eine Flächenebene benötigt. Achte darauf, die Ebene, auf der du arbeitest, zu aktivieren. Du kannst die jeweilige Ebene sichtbar oder nicht sichtbar schalten.

Schritt 3: Zeichnen der Konturen

Zeichne auf einer Ebene die Konturen deines Portäts nach. Am besten eignet sich der Tuschestift . Wenn du lange auf das Symbol `klickst´, kannst du die Dicke und Durchsichtigkeit einstellen. Bei den Augen ist Iris und Pupille ein Kreis. Achte auf das weiße `Highlight´. Die Nase wird durch zwei Striche angedeutet. Füge Mund und Kinnstrich hinzu.

Schritt 4: Anlegen der Farbflächen

Auf der Flächenebene legst du die Farbflächen an. Gestalte die Ebenen farbig mit dem Pinselwerkzeug. Wähle dazu eine weitere Ebene. Schalte die Konturenebene an und die Fotoebene aus. Male zuerst die Ränder mit dünnem Pinsel aus. Wähle für die Mitte einen dickeren Pinsel. Arbeite monochrom.

Schritt 5: Export der Arbeit

Exportiere das Arbeitsergebnis. Achte darauf, die gewünschten Ebenen zu aktivieren. Je nach gewünschter Publikationsform sind verschiedene Dateiformate und Auflösungen möglich.

Die Fotos können entweder digital oder analog ausgedruckt veröffentlicht werden.

Ähnlich wie das bekannte CD-Cover von Blur ist eine Montage vieler Opie-Porträts zu einem Klassenfoto eine tolle Möglichkeit, die Arbeit abzuschließen und zu präsentieren. Als Poster ausgedruckt, auf Homepages oder als Screensaver beim Elternabend ergänzen sich Pinsel und Pixel. Digitale Werkzeuge stellen so eine hochinteressante Möglichkeit dar, den Kunstunterricht zu bereichern und den Stellenwert des Faches Kunst weiter zu stärken.

Ein Artikel von Georg Fässler (RS am Europakanal Erlangen II / FAU Erlangen-Nürnberg – weitere Ergebnisse des Projekts sind unter diesem Link abrufbar)

Einladung zum 1. #BayernEdu-Globinar

Einladung zum 1. #BayernEdu-Globinar

Eine tolle Möglichkeit unsere Arbeit kennenzulernen bietet sich am 11.06. für alle Interessierten bzw. „Freunde der Digitalen Bildung“. Zusammen mit Christian Mayr werde ich bei Globinar-Legende Jürgen Wagner zum Thema H5P referieren. Teilnehmen ist ganz einfach, ihr müsst gar nicht viel tun:

  1. Schritt: Über diesen Link anmelden: Ihr erhaltet dann im Nachgang von Jürgen eine Teilnahmebestätigung und die Materialien sowie hilfreiche Links zur Veranstaltung.
  2. Schritt: Mithilfe der Software/App „Adobe Connect“ könnt ihr dann am Webinar teilnehmen. Tretet als „Gast“ in den Raum ein und gebt bitte den Klarnamen an. Den Link zum Raum findet ihr auch hier in der Webinarbeschreibung.
  3. Schritt: Schaut auch mal in die anderen Webinare rein, die Jürgen organisiert. Gerade auch für Fremdsprachenlehrer wird hier sehr viel angeboten, daher ist die Bezeichnung „Globinar“ auch durchaus berechtigt.
  4. Schritt: Wer sich vorab über H5P informieren möchte, dem sei folgender Artikel empfohlen, den wir zusammen mit Nele Hirsch und Maximilian Vogt verfasst haben.

Letztlich schließt sich hier für mich persönlich ein Kreis. Im Jahr 2014 habe ich das 1. Mal über Twitter von dem Thema „Webinar“ erfahren und dieses Fortbildungsformat sehr schätzen gelernt. Gerade im „Digitalen“ habe ich hier sehr viel Neues erfahren, was mich und meinen Unterricht absolut bereichert hat. Wenn wir von #BayernEdu jetzt hier über dieses Angebot etwas an die Community zurückgeben können, würde uns das sehr freuen.

 

 

 

 

 

 

Die gelassenste Rezension aller Zeiten: Bob Blume „Abc der gelassenen Referendare“

Die gelassenste Rezension aller Zeiten: Bob Blume „Abc der gelassenen Referendare“

„Ein humorvoller Ratgeber für eine leidende Spezies“ – unter diesem Untertitel liegt seit Kurzem im AOL-Verlag der Erstling „Abc der gelassenen Referendare“ des im absolut positiven Sinne online-omnipräsenten Bob Blume vor. Für meine Rezension beschloß ich daher Blumes Vorschlag wörtlich zu nehmen und eine gelassene Rezension an einem meiner Lieblingsorte zu verfassen. Möge das Experiment beginnen…

Blume, ein bloggender Lehrer, der sympathisch-witzig auf Twitter das (pädagogische) Weltgeschehen kommentiert, behandelt in seinem 119 Seiten starken Werk, eines seiner Lieblingsthemen – das Referendariat mit all seinen Facetten. Wie in seinem immer hörenswerten Podcast „Der Referendarsflüsterer“ legt er dabei aber weniger Wert auf Horrorgeschichten oder auf übertriebene Panikmache. Vielmehr zeigt er in klarer, verständlicher Sprache auf, welche Strategien es benötigt, um die Ausbildung zum Lehrer „gelassen“ zu bewältigen. Unter den jeweiligen Anfangsbuchstaben, die teilweise auch doppelt besetzt werden, kann man Wissenswertes über „Computereinsatz“, „Schulleitung“, „Lehrproben“ oder „Zusammenarbeit“ erfahren. So weit, so gewöhnlich. Den „Mehrwert“ macht aber die Diktion der „Lexikoneinträge“ aus. So sind alle Kapitel, die bei Bedarf auch gut einzeln zu lesen sind, immer von einer konstruktiven Wertschätzung geprägt, die auch bei schwierigeren Themen wie „Durchfallen“ Perspektiven aufzeigt. Hier schreibt jemand, der seinen Beruf liebt und möchte, dass auch andere davon angesteckt werden. Genau dies geht üblichen Einführungsbüchern nämlich zuweilen ab, da diese doch immer wieder ins Fach(didaktische) abdriften und es letztlich entweder um Formalia oder „nur“ um guten Unterricht geht.
Blume zeigt in seinem Werk aber sehr treffend auf, dass zum Lehrerberuf auch, nennen wir sie „soft skills“, dazugehören. Erst wenn z. B. „Jeder mitgenommen wird“ und man als Referendar sein Wirken einer „Reflexion“ unterzieht, wird das Ganze nicht zur „Qual“ und es entsteht die nötige Qualität, um auch den „Fachleiter“ überzeugen zu können. Auch neu ist der Fokus auf Themen wie „Ordnungssysteme“, „Planung“ oder „Verwaltungsarbeit“, die oftmals sicher auch der Grund sind, warum man sich als Referendar nicht allzu „gelassen“ zurücklehnt, sondern „Gruppendruck“ und den „Besuch“ fürchtet. Alles gehört irgendwie zusammen und genau das erfährt man in diesem Buch, das mit witzigen Illustrationen (Zeichner: Stefan Quandt) aufgelockert wird.

Ich würde dieses Buch auf jeden Fall z. B. Studienseminaren als ein passendes Einstiegsgeschenk empfehlen, die ihren Referendaren einerseits die „Wahrheit“, aber andererseits auch die „Einzigartigkeit“ dieses Berufes näherbringen wollen. Auch wenn Blume zuweilen subjektiv argumentiert, kann ich doch fast alle Aussagen aus meiner Erfahrung heraus unterschreiben. Es wäre sicher spannend die Reihe noch fortzuführen, denn es gibt noch genügend „Buzzwords“ aus der Lehrerausbildung, die endlich einer kritisch-humorvollen Analyse unterzogen gehören.

In eigener Sache: Ich hoffe, dass mein Experiment einigermaßen geglückt ist. Mein Kaffee ist nun ausgetrunken und ich mache mich nun wieder an die Arbeit. Denn ein Lehrer ist zwar nie wirklich „fertig“, hat aber dafür auch stets viel Freude an seinem Beruf, wenn er die nötige Gelassenheit an den Tag legt.

Rezension: „Schwimmen lernen im digitalen Chaos“

Rezension: „Schwimmen lernen im digitalen Chaos“

Nonsens, Hoax, Fake News, Verschwörungstheorien – das Netz ist so voll von derartiger „Informationsverschmutzung“, dass Philippe Wampfler, einer der profiliertesten Experten zu Fragen der digitalen Bildung, in diesem Monat ein neues Buch über dieses Phänomen vorgelegt hat. Unter dem Titel „Schwimmen lernen im digitalen Chaos – Wie Kommunikation trotz Nonsens gelingt“ wird auf 156 interessant zu lesenden Seiten auch eine Art Programm zum Umgang mit „Nonsens“ entworfen, das gerade auch im schulischen Kontext für Eltern, Lehrkräfte und Schüler erste Handlungsempfehlungen offeriert. Daher beschäftigt sich #BayernEdu in seiner 1. Rezension etwas ausführlicher mit dieser Neuerscheinung:

Wampfler, das merkt man gerade am Anfang des Buches, ist ein Vollblutwissenschaftler, der gerne definiert, abgrenzt und seine Thesen mit aktuellen Beispielen veranschaulicht. Man erwartet bei diesem Thema natürlich Bezüge zum vergangenen US-Wahlkampf (Stichwort „Pizzagate“) und bekommt diese auch geliefert. Sein Fokus liegt aber zunächst auf der Begrifflichkeit „Nonsens“, der er das Konzepts des „Bullshits“ (Reden, ohne wirklich etwas zu sagen) und der momentan sich in aller Munde befindlichen „fake news“ (fabrizierte Meldungen mit Täuschungsabsicht) gegenüberstellt. „Nonsens“ ist für Wampfler eine Art Oberbegriff. Es geht nämlich letztlich bei jeglicher derartiger Äußerung darum, dass Menschen bei ihrer Informationssuche verunsichert werden, wenn sie den „Nonsens“ nicht als diesen erkennen können. Das mag es auch in analogen Zeiten schon gegeben haben. Heutzutage sind User aber Prosumierende und verbreiten diesen Nonsens auch unreflektiert, was auch zur derzeitigen Medien- und Vertrauenskrise gegenüber Eliten beigetragen hat. So weit, so richtig.

Daran anschließend werden gesellschaftliche Faktoren der „Nonsens-Produktionsmaschinerie“ analysiert. Die technischen Voraussetzungen Nonsens ins Netz zu stellen sind spürbar niederschwellig, wie eindrucksvoll an der Seite Channel23News.com illustriert wird. Eine veränderte Medienlandschaft (wiederum am US-Beispiel gezeigt, warum eigentlich nicht einmal an einem anderen, weniger bekannten Beispiel?) und die schwindende mediale Sicherheit sind der Output dessen. Wirklich interessant zu lesen sind die Kapitel zu den Hintergründen der „Kommentarkultur“ im Netz, die Wampfler mit dem reißerisch-korrekten Begriff „Meinungspornografie“ umschreibt. Das ehemalige Schreibkonzept der Netiquette ist tot, da das Explizite, die Inszenierung und der Tabubruch mehr Klicks und Aufmerksamkeit bringen. Technikkonzerne profitieren davon genauso wie auch der Schreiber selbst – und auch manche Newsportale sowie Politiker sind sich dieser „verbalen Spirale“ bewusst. Das Problem dabei ist, wir verlassen uns, so Wampfler, bei der Informationsgewinnung zunehmend lieber auf unser Bauchgefühl als auf Expertisen („Wahr ist, was sich wahr anfühlt.“), gerade dann, wenn die Fakten unsere eigene Handlungsweise (Verhalten wir uns so, dass wir aktiv etwas gegen den Klimawandel tun?) in Frage stellen. Ein weiterer Grund, warum wir Nonsens so oft auf dem Leim gehen, liegt dann auch an der eigenen Online-Eitelkeit oder an der Tatsache, dass es mittlerweile Untersuchungen zu einer sog. „Digitalen Konzentration“ gibt. Menschen verarbeiten mehrere Reize routiniert, aber oberflächlich und es wird weniger tiefgründig darüber nachgedacht. Eine Tatsache, die es prinzipiell auch beim digitalen Unterrichten zu beachten gilt und dem Nonsens natürlich ebenso Tür und Tor öffnet.

Bis zu diesem Zeitpunkt kann man dem Buch wenig vorwerfen. Letztlich sollte man aber auch berücksichtigen, dass der Leser schon ein wenig Vorwissen haben muss, um allen Begriffen und Konzepten folgen zu können. Aber Wampfler hat dies wohl absichtlich derart gestaltet um seinen „Schwimmkurs“, damit Kommunikation im Netz gelingen kann, im 2. Teil des Buches ab Seite 91 etwas populärwissenschaftlicher formulieren zu können. Diese Tipps sind dann auch recht hilfreich (Fragen stellen, Empathie zeigen, sein eigenes PLN aufbauen, weniger Push-Mail – mehr Slow News, Filtersouveränität beweisen), haben bewussten Sammel- bzw. Aufzählungscharakter und bieten auch praktische Beispiele, wie man diese Vorschläge in die Tat umsetzen kann. Hier ist Wampfler trotz seiner sicher eigenen Bedenken etwas toolifiziert unterwegs, was aber der Sache keinen Abbruch tut, wenn man den „Schwimmkurs“ auch als eine Art Ratgeber liest. Nach einem kritischen Exkurs zur Rolle der Medien und der Ideenentwicklung eines Trust Centers, an das sich Journalisten und Publikum wenden können, wenn sie Nonsens wittern, kommt dann Wampfler noch auf die Rolle der Schule zu sprechen.

„Lernen mit 4K“ – unter diesem Kapitel subsumiert Wampfler vieles, was ihm, ganz zurecht spricht hier der besorgte Pädagoge, am derzeitigen Schulsystem stinkt. Die Digitalisierung bedroht das System Schule als Ganzes, da sie nicht mehr der einzige Ort der Wissensvermittlung ist. Prüfungen werden dennoch nur auf Gelerntem basierend konzipiert, eine wirkliche Kompetenz und Eigenleistung ist das nicht. Anhand der Bildungsvision der OECD 2030 stellt Wampfler gerade auch in den „Nonsens-Kontext“ die Ideen der 4K in den Vordergrund. Allerdings bleiben die Beispiele doch eher allgemein gehalten. Das Beispiel Projektarbeit „Ramen-Nudeln“ (Aufgabe: Lernende sollen Ideen entwickeln, wie diese besser schmecken oder gesünder werden) benötigt zwar die 4K in Reinkultur, ist aber im traditionellen Unterrichten momentan nur schwer durchführbar. Es wäre wünschenswert, wenn hier auch realistischere Beispiele für eine normale Unterrichtssequenz oder -stunde genannt worden wären. Letztlich sind die 4K ja ein Schlüssel zum Bekämpfen des vorliegenden Problems. Es ist daher doch unabdingbar auch unter den gegebenen schulischen Bedingungen damit zu starten und nicht auf die alljährliche Projektwoche zu warten.

Letztlich schließt das Buch damit, dass es eben heutzutage nicht mehr so leicht möglich ist, Nonsens im Netz zu erkennen. Es bedarf daher einer Thematisierung und der Anstrengung aller Beteiligten, um das Phänomen immer wieder aktiv in den Fokus zu rücken, denn eine digitale Askese, z. B. im Spitzerschen Duktus, ist weder hilfreich noch in der heutigen Zeit möglich.

Fazit: Wampfler kann flüssig, gehaltvoll und gut belegt schreiben, ohne als digitaler Oberlehrer rüberzukommen. Eine Grundahnung beim Leser vorausgesetzt, kann das Buch, das 29 € kostet und im Stämpfli Verlag erschienen ist, einen wertvollen Beitrag zur Debatte „Nonsens im Netz“ leisten, Denkprozesse anstoßen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man, gerade auch als Lehrkraft etwas dagegen tun kann, wenn man die Hintergründe kennt. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die schulischen Aspekte noch ausführlicher in konkrete 4K-Unterrichtsideen umgesetzt werden würden, wenn auch klar sein muss, dass das Buch nicht explizit für Lehrer verfasst wurde. Im Rahmen einer DiBiS-Sitzung werde ich das Thema anhand des Buches wieder aufgreifen.