Autor: woereal

Krommer vs. Wörner – ein Duell um die Digitale Bildung, das keines war

Krommer vs. Wörner – ein Duell um die Digitale Bildung, das keines war

Sie werden von diesem Artikel enttäuscht sein, wenn Sie Freund von zwischenmenschlichen Scharmützeln, Debatten unter der Gürtellinie oder rein polemischen Diskursen sind. Denn all das war es nicht, was sich am letzten Montag (13.11.) an der FAU Erlangen-Nürnberg abspielte.

Gerne war ich der Einladung Axel Krommers, DEM advocatus diaboli in Sachen Digitale Bildung im deutschsprachigen Raum, gefolgt, meine Idee von digitalem Deutschunterricht in seinem Seminar „Deutschunterricht unter den Bedingungen der Digitalisierung“ vorzustellen. Und das obwohl mir manche abgeraten, andere mir wieder Mut gemacht hatten. Zu weit schienen unsere #BayernEdu-Praxis-Konzepte von der von vielen Twittervordenkern erwünschten „Digitalen Bildung“ entfernt. Letztlich mussten sich einige von uns sogar den Vorwurf gefallen lassen, dass sie z. B. im Rahmen des Flipped Classrooms eine Art „palliative Didaktik“ betreiben würden. Darunter versteht Axel Krommer u. a., dass das Abspielen von Lernvideos eher den traditionellen Frontalunterricht unterstützt und zudem überholte didaktische Ideen unbewusst immer weiter tradieren. Kurz: Wir erhalten damit in gewissem Sinne das alte Schulsystem und graden alten Wein in neue Schläuche up, anstatt die gesamten Potenziale der Digitalisierung im Unterricht auszunutzen. Aus Krommers Sicht im Prinzip ein Krisenszenario, …

… welches ich ein Stück weit aufbrechen konnte. Im Gespräch zeigte sich, dass Theorie und angewandte Praxis durchaus weit voneinander entfernt sein können und die Rahmenbedingungen dabei eine sehr große Rolle spielen. Diese Diskrepanz konnte aber aufgebrochen werden. Ein QR-Code auf einem Arbeitsblatt ist für viele Lehrkräfte zunächst mal eine gute Möglichkeit ins Thema einzusteigen und führt in vielen Fällen auch dazu, dass Kollegen „sich auf den Weg machen“. Ein LearningSnack sinnvoll ins Unterrichtsszenario integriert und dann in einem nächsten Schritt von den Schülern selbst erstellt, bringt die 4K in den Unterricht und schult nicht nur digitale Kompetenzen. Der Grundsatz „Ergänzen statt Ersetzen“ wurde von allen Anwesenden als ein derzeit gangbarer Weg für gut befunden.

Wo Krommer recht hat, ist aber auch die Tatsache, dass das digitale Prüfen noch in den Kinderschuhen steckt und einen spannenden Forschungs- und Entwicklungsansatz des digitalen Deutschunterrichts darstellt. Hier konnte ich nur ansatzweise gute Ideen benennen, die sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sind.

Als Output unseres Joint-Venture vereinbarten wir, dass im Seminar in den nächsten Wochen mit der Unterstützung von Christian Albrecht (wissenschaftl. Mitarbeiter) die Studenten Ideen zum Digitalen Prüfen einer Erörterung erarbeiten, die ich dann mit meiner Deutschklasse im nächsten Schuljahr erproben werde. Eine tolle Sache, die vielleicht Modellcharakter haben könnte. So wurde unser Treffen zu einem Duell, das keines war. Aber eine Verzahnung zwischen den beiden Einrichtungen Universität und Schule ist ja auch kein so schlechter Ertrag, so dass sich zumindest meine Enttäuschung am Ende des Tages in Grenzen hielt.

Advertisements
#GDM17 – die besondere Bildungstagung im oberbayerischen Silicon Valley

#GDM17 – die besondere Bildungstagung im oberbayerischen Silicon Valley

Eichstätt – die beschauliche Barockstadt, die so weit vom Schuss liegt, dass sie einst sogar Napoleon in seinem Eroberungsfeldzug aufgrund eines Nebelschleiers übersah, steht wie kein zweiter bayerischer Standort für digitale Bildungsinnovationen. Unter dem etwas sperrigen Titel „Mixed Reality und die Zukunft des Lernens – Zukunftstechnologien für Bildungskontexte“ fand unter der Federführung des Instituts für digitales Lernen eine hochkarätige Tagung statt, die sich spürbar erfrischend von allen anderen Veranstaltungen aus diesem Bereich abhob. Zum einen lag das an den ca. 100 Teilnehmern, die aus allen möglichen digitalen (Bildungs-)Bereichen stammten, zum anderen aber auch an der locker-flockigen Atmosphäre, die durch den herrlich schrullig-nerdigen Moderator Dominic Possoch erzeugt wurde.

Insgesamt acht kurze Keynotes und ein Panel, an dem Josef Buchner, Nina Toller und ich teilnahmen, boten ein ziemlich straffes, aber auch abwechslungsreiches Programm, das viele neue Gedanken und Anknüpfungspunkte bot, über die Digitalisierungstrends VR, AR, MR und deren Einfluss auf Bildungsszenarien nachzudenken. Klar wurde bei allen Vorträgen: Wir sind mittendrin in einer spannenden Zeit, die das Lernen und Lehren nachhaltig verändern wird, wenn auch noch nicht klar ist (und auch gar nicht sein kann), welche Trends sich letztendlich durchsetzen werden (und wie diese dann in der Schule ankommen werden, ist sicher noch eine ganz andere Frage). 

Was stach nun heraus und lohnt sich auch in diesem Beitrag zu erwähnen? Da wäre zunächst einmal die hervorragende Keynote von Dr. Marcus Ventzke zu nennen, der sich dem Thema Virtual Reality bildungsphilosophisch näherte. Dass der Mensch das einzige Lebewesen ist, das echte „Virtualität“ erleben, erzeugen und erdenken kann, mag zunächst banal klingen, könnte gerade auch gegenüber Kritikern des Themas ein stichhaltiges Gegenargument liefern. Was für Kinder noch in Ordnung ist (Leben in Phantasiewelten), wird mit zunehmendem Alter als „Spinnereien“ abgetan. „Warum eigentlich?“, stellte Dr. Ventzke in den Raum.

Wie das Thema in der Schule angegangen werden kann, zeigte anhand eines konkret durchgeführten Biologie-Projekts Dr. Susanne Rupp vom Cornelsen Verlag. Sicher ein guter Ansatz, wenn man den Schülermeinungen zur virtuellen Unterrichtssequenz „Verdauungssysteme“ Glauben schenken darf. Etwas mehr Zutrauen in das freie Arbeiten der Schüler wäre hier aber durchaus noch zu integrieren. Trotzdem stellt das Konzept einen der ersten deutschsprachigen Ansätze dar, die VR ins Klassenzimmer bringen können und das auch für einen akzeptablen finanziellen Aufwand, wenn die nötigen Devices bei den Schülern vorhanden sind.

Nach der Mittagspause wurde es dann fast schon kontrovers, als es in zwei aufeinander folgenden Vorträgen um 360-Grad-Videos und VR-Content ging. Hier zeigten sich diverse Anwendungsmöglichkeiten auch im schulischen Bereich, gerade wenn man an das Thema „Exkursionen“ denkt. Außerdem wurde klar, noch sind die erst genannten Angebot der VR-Technik auch ökonomisch noch überlegen, das ausgerufene Jahr der Virtuellen Realität“ 2017 hat so nicht stattgefunden. Auch das „bessere Storytelling“ könnte momentan noch für 360-Grad-Angebote sprechen, auch wenn das Lernen mit VR einiges an Potential bietet. Das prinzipielle Problem der Zukunftsvorhersagen in der digitalen Welt erläuterte dann Johannes Klingebiel in der für meine Begriffe besten Keynote der Tagung. Ein kleine Handreichung, wie wir die Trends der Digitalisierung vielleicht doch ein wenig genauer verstehen und vorhersagen können, rundete diesen Teil der Tagung passend ab.

Im letzten Teil wurde es dann didaktischer. Josef Buchner zelebrierte mit der ihm eigenen alpenländischen Souveränität seine Ideen zum Einsatz von Augmented Realitiy im Klassenzimmer vor dem staunenden Publikum. Plötzlich erscheinende Dinosaurier gepaart mit konkreten Unterrichtseinsätzen aus dem Fach Geschichte zum Thema „Hexenverfolgung“ bewiesen überzeugend, dass auch wenig technikaffine Lehrer selbst mit AR produktiv werden und ihre Stunden damit „upgraden“ können. Nicht zuletzt deshalb, da Buchner dokumentierte, dass sich die subjektiven Effekte auch wissenschaftlich-objektiv nachweisen lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich auch zu #GDM18 wieder ein derartig hochkarätiges Programm zusammenstellen lässt (Benjamin Heinz, wir zählen auf dich und kommen wieder). An der Präsenz von #BayernEdu wird es sicher auch im nächsten Jahr nicht mangeln, da aufgrund der guten Zugverbindungen und moderner Navigationsgeräte der napoleonische Fauxpas sich sicher nicht wiederholen wird.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

„FlippedMathe“ unterwegs – „Oktober – der goldene Monat der Digitalen Bildung?“

„FlippedMathe“ unterwegs – „Oktober – der goldene Monat der Digitalen Bildung?“

Der März und der Oktober – irgendwie sind das die Monate, in denen die meisten Tagungen zu Bildungsthemen stattfinden. Zumindest solche, zu denen ich eingeladen werde. Das hatte zur Folge, dass ich innerhalb von sieben Tagen an fünf Veranstaltungen teilnahm, elfmal Vorträge hielt und nur an einem Tag keinen Unterricht an meiner Schule gehalten habe. Aber was bleibt außer einem erschöpften Referenten? Das ist für mich die große Frage, die ich mir in diesem Blogbeitrag stellen möchte.

Wann geht’s los?
Nun kann man getrost von Aufbruchstimmung sprechen, so viele Teilnehmer an Tagungen hatte ich selten gesehen. Ok, einige kamen vielleicht auch gezwungenermaßen, aber bei vielen konnte ich sehen, das Thema „Digitalisierung“ kommt in der Schule und auch bei den einzelnen Lehrern an. In Bayern sollen jetzt Gelder zur Verfügung gestellt werden, wenn Schulen mit einem Medienkonzept ihre Umsetzung benennen könne. „Tolle Idee, lasst uns alle ein Medienkonzept schreiben.“ „Aber Moment, was schreiben wir da rein?“

Schaut man sich die Realschule am Europakanal in Erlangen an (Keynote Markus Bölling in Neunburg vorm Wald), dann gibt es zahlreiche tolle und vor allem wertvolle Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten, wenn man die passende Technik im Haus hat. Zu Recht betont da Staatssekretärin Koch-Kupfer bei der Tagung in Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt), dass wir zuerst die technischen Voraussetzungen an Schulen gegeben haben müssen, bevor es losgehen kann.

„Moment“, ruft da der Bildungsexperte und charismatische Josef Buchner dazwischen: „Wer plant und gestaltet denn die Pädagogik neu? Wir können doch nicht einfach Technik vor Pädagogik setzen!“ Recht hat er. Aber was schreiben wir denn jetzt in unseren Medienentwicklungsplan? Wenn wir keine ersten „Feldversuche“ machen, laufen wir Gefahr, alten Wein in neue Schläuche zu pressen. Wenn manche erste Versuche machen, dann hören sie vielleicht schnell wieder auf, weil die Technik (noch) nicht reibungslos läuft. Überhaupt: Dürfen wir überhaupt Technik einsetzen, wenn doch alles digital dement macht? Dr. Astrid Carolus nahm sich in Diedorf engagiert die Thesen von Spitzer vor, um zu zeigen, wie wenig wissenschaftlich haltbar seine Argumente sind.

19BE8019-D537-4A47-8597-C21470E3C998

Oft wird an dieser Korrelation- und Kausalzusammenhang vermischt und zu den eigenen Gunsten ausgelegt. Nachdem sie das anhand einiger Beispiele konkret veranschaulicht hatte, gab es eine Wortmeldung einer Teilnehmerin: „Ich kann das nicht bestätigen, was sie sagen. Ich kenne eine Schülerin, die ist depressiv geworden, weil sie ein Smartphone hatte.“ Auch Frau Carolus fehlten anschließend ein wenig die Worte, aber dies ist das Spannungsfeld in der Lehrerschaft.

Am besten gefiel mir hier der Satz von unserem Staatssekretär Eisenreich:

8466E259-2070-41AF-8270-F565F8971878

Muss alles digital sein? Nein! Aber das darf auch keine Ausrede sein, ausschließlich auf das Analoge in der Schule zu setzen. Wir sind im Jahr 2017. Wer jetzt glaubt, Schule muss der letzte Ort des ausschließlich Analogen sein, der entzieht sich auch ein wenig der Realität, auf die er als Lehrer seine SchülerInnen ja vorbereiten sollte. Es geht nicht um ein entweder/oder, sondern ein sowohl/als auch, aber das bei jedem Fach und jeder Unterrichtsstunde.

Alles digital oder was?
Die Frage, was am Schluss bleibt, kann ich abschließend immer noch nicht klären. Gehen alle zurück in den Unterricht und denken sich: „Schön, aber ich brauche erst einmal… bevor ich anfange?“ Oder werden die Impulse weitergetragen? Am Ende bleibt Lehre individuell und ist von pädagogischer Freiheit geprägt, dementsprechend ist die Änderung der Bildung unter den Voraussetzungen der Digitalisierung vorerst weiter zufällig. Das Erreichen von besonderen Kompetenzen wie von der KMK empfohlen kann ich ja auch analog erreichen (sagte ein Schulleiter auf einer dieser Tagungen). Schaut man hinter die Kulissen einiger „Leuchttürme“ (auf Lehrer- wie auf Schulseite), merkt man oft: da steht gar keine Praxiserfahrung dahinter, ein Unterrichtseinsatz findet gar nicht statt, man lotet nur die theoretische Umsetzung aus – immer noch.
Wollen wir eine veränderte Bildung, dann brauchen wir Praxiserfahrung, reflektiertes Feedback von wissenschaftlicher Seite, eine technische Grundausstattung und das am besten gleichzeitig. Ich gehe jetzt erst einmal in die Ferien, alles gleichzeitig geht halt nicht. Aber die Tagungen haben gezeigt: Es hat angefangen und wird weitergetragen.

Chronologie der Tagungen: Fr, 20.10.: Schulentwicklungstag in Diedorf: Alles 4.0? Keynote Dr. Astrid Carolus + Staatssekretär Georg Eisenreich
Sa, 21.10.: #realdigi17: Lehrerfortbildung in Neunburg vorm Wald (genial organisiert von Ferdinand Stipberger und seinem Team -> mein Highlight) Keynote: Markus Bölling und Tobias Schnitter
Mo, 23.10.: E-Session zum Flipped Classroom als Auftakt zu einer einmonatigen Schulung im Moderierten Online-Seminar
Di, 24.10.: Grundschullehrertag Babenhausen -> (oft habe ich das Gefühl, dass die GS-Lehrer mit den Zielen der Digitalisierung, wie Individualisierung etc. am meisten anfangen könne, technisch aber die am wenigsten passenden SchülerInnen dazu haben) keine Keynote, sondern 20-minütige Blitzlichter
Do, 26.10.: Lernräume digital gestalten in Wolmirstedt als Fortbildung in einer Schule, die neben WLAN auch das Raumkonzept zu Ende gedacht hat. Keynote: Prof. Dr Reppeninge

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

„Schüler sollen kritische Gestalter, nicht bloße Consumer sein“ – ein Gespräch mit Jürgen Drewes

„Schüler sollen kritische Gestalter, nicht bloße Consumer sein“ – ein Gespräch mit Jürgen Drewes

Das Deutsche Lehrerforum ist schon wieder Geschichte – unser Bericht darüber ist auf #BayernEdu ja bereits erschienen. Neben dem tollen Programm konnte ich auch die Gelegenheit nutzen, um unsere beliebte Interviewreihe fortzusetzen. Mit besonderer Freude konnte ich Jürgen Drewes für ein kurzes Gespräch gewinnen. Auf seinem Blog schildert er, wie ich finde sehr anschaulich und praxisnah, seine Erfahrungen beim Arbeiten mit einer Tabletklasse. 

 

#BayernEdu: Wer ist Jürgen Drewes? Was macht er und vor allem wofür steht er pädagogisch?

JD: Ich bin seit 1990 Lehrer und unterrichte die Fächer Deutsch, Katholische Religion und Sport an der Bischöflichen Clara-Fey-Schule, einer Realschule und einem Gymnasium. Ich bin Vater von zwei Kindern, 10 und 16 Jahre alt. 2013/14 habe ich mich zum Medienpädagogen weitergebildet, weil der Anachronismus zwischen dem althergebrachten Schulsystem und der „draußen“ vorherrschenden Realität auf mich so deutlich wirkte, dass ich mögliche Schnittmengen erkunden wollte. Eins kam zum anderen, vor allem eine technikaffine Schulleitung, und so starteten wir 2016 das Pilotprojekt Tabletklasse, das ich seitdem leite. Alle Schüler*innen arbeiten täglich in (fast) allen Fächern mit 2-in-1-Geräten.

#BayernEdu: Deinem Blog kann man entnehmen, dass du vor allem in Tabletklassen unterrichtest und dort sehr viel pädagogisches Herzblut investierst. Warum habt ihr euch an der Schule dafür entschieden? Schildere unseren Lesern doch bitte kurz deine Erfahrungen!

JD: Die Digitalisierung bestimmt mehr und mehr unser Leben, Schüler*innen nutzen Tutorials, um sich Informationen zu beschaffen. Lehren und Lernen haben sich stark verändert: Während ich „früher“ die Klasse betrat, um mit allen am selben Text dieselben Fragestellungen in derselben Zeit zu besprechen, stelle ich mich heute auf die jeweiligen Arbeitsbereiche der Schüler*innen jeweils neu ein. Eigenständiges, selbst bestimmtes Lernen hat nun einen viel höheren Stellenwert. Unsere Arbeit auf einem Wiki ermöglicht vielfältige Kollaborationen. Peer-Feedback aktiviert zahlreiche Kompetenzen, die Schüler*innen sind hoch motiviert.

#BayernEdu: Habt ihr an eurer Schule eigentlich ein Medienkonzept? Welche Punkte sind dir davon persönlich besonders wichtig?

JD: Unser Medienkonzept wird durch die neuen Erfahrungen in den Tabletklassen – seit Beginn des Schuljahrs haben wir eine zweite gegründet – stets aktualisiert. Besonders wichtig ist für mich die Förderung des kritischen Bewusstseins der Schüler*innen, damit sie nicht bloß willige Consumer, sondern kritische Gestalter des Netzes sein können. Aus diesem Grunde haben wir u. a. Medienscouts ausgebildet, die Schüler*innen (und Eltern) über Themen rund um die Sicherheit im Netz informieren.

#BayernEdu: Du unterrichtest ja auch Religion. Ketzerisch gefragt: Braucht man da wirklich Tablets?

JD: Die face-to-face-Begegnung im Religionsunterricht ist durch nichts zu ersetzen, sie ist die Grundlage vertrauensvollen Lernens. Digitale Medien können darüber hinaus einen zeitgemäßen RU bereichern, z. B. durch den Einsatz digitaler Programme, wie der Erstellung von Wortwolken, der Aufnahme von Standbildern, Videos, Audios. Auch die Kollaboration, wie sie nur mit digitalen Medien möglich ist, fördert die Ziele eines zeitgemäßen RU.

#BayernEdu: Siehst du Risiken beim digitalen Arbeiten, für die du bisher noch keinen Lösungsansatz gefunden hast?

JD: Der (weltweite) Bildungsmarkt bietet ein Riesengeschäft. Der Apple-Konzern hat das als erster verstanden, Google folgte, Microsoft etwas später ebenfalls. Diese ökonomischen Interessen drohen die wichtigeren pädagogischen zu verdrängen. Die Freiheit und Verantwortung der Lehrenden, z. B. ohne Vorauswahl und Bedingungen Lernmaterial auswählen zu können, muss gewahrt bleiben.

#BayernEdu: Auch in Sachen Lehrerfortbildung bist du ja aktiv. Welche Aufgaben und Themen interessieren dich in diesem Bereich besonders?

JD: Ich arbeite seit 25 Jahren als Regionalbeauftragter für das Katechetische Institut in Aachen und bin dort regional verantwortlich für Lehrerfortbildungen. Ich biete selbst Fortbildungen zum Thema „Digitale Medien im Religionsunterricht“ an und möchte diesen Bereich zukünftig angemessen fördern.

#BayernEdu: Wir befinden uns ja gerade auf dem Deutschen Lehrerforum. Dein bisheriges Fazit zur Veranstaltung? Braucht die “digitale Bildung” bundesweite Treffen wie diese?

JD: Diese Treffen sind besonders wichtig zur persönlichen Vernetzung: In vielen Schulen sind wenige Pioniere dabei, Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien zu sammeln. Um diese Vereinzelung zu durchbrechen, kann man auf solchen Treffen viele kompetente und inspirierende Menschen kennenlernen.

#BayernEdu: Kannst du unseren Lesern Tools oder Apps nennen, mit denen du besonders gerne und effektiv arbeitest?

JD: Da wir uns bewusst für die Windows-Welt entschieden haben, arbeiten wir (in meinen Fächern) mit allem, was Microsoft zu bieten hat, auch den kostenlosen abgespeckten Online-Versionen. Die meisten meiner Schüler*innen arbeiten jedoch mit OpenOffice-Programmen. Apps, die gerne genutzt werden, sind z. B. Padlet und PicCollage.

#BayernEdu: Jedes Interview bei uns endet mit 5 Halbsätzen, die du bitte vervollständigst!

  • Eine gute Unterrichtsstunde ist für mich dann erreicht, wenn die Schüler*innen (einzeln oder miteinander) kreativ arbeiten und kritisches Bewusstsein im Umgang mit Medien entwickeln.
  • Ich blogge gerne, weil der Austausch mit Interessierten bereichernd ist.
  • Digitale Prüfungsformate sind bisher absolute Mangelware und müssen schleunigst her, um die Arbeit mit digitalen Medien sinnvoll und sachgerecht zu ergänzen.
  • Gerade das Fach Deutsch kann viel im Rahmen der Digitalen Bildung leisten, da das Verstehen und Formulieren von Texten eine fundamentale Grundlage persönlicher Bildung und des Netzes sind.
  • #BayernEdu wünsche ich, dass ihr euch weiterhin so rege, kompetent und inspirierend austauscht und damit weitere Interessierte ansteckt!

#BayernEdu: Danke für das Gespräch! Wir wünschen dir für deine Arbeit weiterhin viel Freude und freuen uns auf weiteren Austausch mit dir.

„Auf die Vernetzung kommt es an“ – Starkes Bekenntnis zur Digitalen Bildung beim Deutschen Lehrerforum

„Auf die Vernetzung kommt es an“ – Starkes Bekenntnis zur Digitalen Bildung beim Deutschen Lehrerforum

Unter dem Rahmenthema „Schule im digitalen Zeitalter“ trafen sich vom 14.09. – 16.09. über 80 Lehrkräfte, Referendare und andere Bildungsplayer in Königswinter um bundeslandübergreifend über den aktuellen Stand der digitalen Bildung auszutauschen. Erfreulicherweise durften auch drei Teilnehmer unserer #BayernEdu-Community die hochkarätige Veranstaltung mitgestalten. In einem praktisch orientierten Workshop unter dem Titel „Breakout – Der Escape-Room für den Klassenraum“ konnte unser Potsdamer Mitstreiter Stefan Schwarz mit seiner Kollegin Juliane Eisinger viele Teilnehmer aktivieren und für die handlungsorientierte Methode begeistern. Georg Rösch bot auf seiner ersten Fortbildung als fertige Lehrkraft im Rahmen des Barcamps gleich einen eigenen Beitrag zur interaktiven Videoproduktion mit H5P an. Über den digitalen Deutsch- und Geschichtsunterricht sowie das Referendarausbildungskonzept DiBiS referierte ich selbst  in zwei unterschiedlichen Slots. Ebenso nahmen wir beiden Franken an einer Diskussionsrunde beim Bildungsradio DLF Bildung teil. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für das Engagement, die konstruktiven Nachfragen und das Interesse bei allen Teilnehmern bedanken. Toll, wenn man so ein ehrliches und wertiges Feedback bekommt.

Was aber gibt es nun Neues in Sachen Digitalisierung an deutschen Schulen? Als Erstes wäre zu nennen, dass der Digitalpakt laut Herrn Dr. Luther von BMBF kommen wird, aber die „Etatreife“ noch fehlt. Somit befindet sich dieses maßgebliche Projekt wohl ungefähr in der zeitliche Mitte seiner wahrscheinlichen Realisierung seit Ideengeburt. Immerhin, ein Signal. Außerdem sind leider immer noch (nur) Basictools bei den Lehrern nachgefragt, was wohl daran liegt, dass fehlendes WLAN recht flächendeckend vorherrscht und zu wenig Lehrerfortbildung angeboten wird. Das Deutsche Lehrerforum möchte daher mit einem gemeinsamen Positionspapier an diesen wunden Punkten ansetzen. Eine begrüßenswerte Initiative, die trotz der vorherrschenden Heterogenität aller Beteiligten breiteste Zustimmung fand. Als drittes – gerade für uns Twitteratis – wichtigstes Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Vernetzung durch derartige Präsenzveranstaltungen deutlich vorangebracht werden kann. Zahlreiche Side-Off-Gespräche bereicherten die drei Tage auf der pittoresken Hirschburg immens und werden unser Netzwerk weiter wachsen lassen. Darauf freuen wir uns am meisten. Insofern vielen Dank an die ausrichtenden Stiftungen für die Bereitstellung dieser tollen Plattform. Es ist an uns Lehrkräften, unsere digitalen Ziele zu erreichen!

Einen weiteren Rückblick zum Deutschen Lehrerforum gibt es auch bei meiner Twitter-Kollegin Nina Toller. Lesenswert!

 

Aufzeichnung Webinar „Geisteswissenschaft 4.0“ – Deutsch und Geschichte digital unterrichten

Aufzeichnung Webinar „Geisteswissenschaft 4.0“ – Deutsch und Geschichte digital unterrichten

Vom 14.09. – 16.09. findet das Deutsche Lehrerforum in Königswinter statt. In der diesjährigen Ausgabe geht es um das Mega-Bildungsthema schlechthin – „Schule im digitalen Zeitalter“ (Programm). #BayernEdu wird bei dieser Veranstaltung mit Georg Rösch und mir vertreten sein. Im Vorfeld fanden bereits als eine Art „Appetizer“ Webinare mit André Spang und Nina Toller zu den Themen „Gamification“ und „QR-Codes im Unterricht“ statt, die sehr gut angenommen wurden. Aus diesem Grund haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, zukünftig weitere Online-Seminare anzubieten, die für alle Interessierte frei zugänglich sind. Den Auftakt zu dieser Serie durfte ich nun am 30.08. mit o. g. Thema bestreiten; aufgrund vielfachen Wunschs ist die Aufzeichnung ab sofort zum Download auf unserem Blog verfügbar.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Teilnehmern und bei der Webinar-Organisation seitens des „Deutschen Lehrerforums“, namentlich bei Frau Ossenkopf, ganz herzlich bedanken. #BayernEdu freut sich auf den bundesweiten Austausch und wird selbstverständlich auch an dieser Stelle über das Event im Nachgang berichten.

Aufzeichnung Webinar

#ZeitgemäßeBildung im digitalen Wandel gestalten – ein Gespräch mit Dejan Mihajlović

#ZeitgemäßeBildung im digitalen Wandel gestalten – ein Gespräch mit Dejan Mihajlović

Gemeinsam mit unserem ersten Interviewgast Dejan Mihajlović möchte #BayernEdu eine neue Sparte auf unserem Blog beginnen. In unregelmäßigen Abständen lassen wir Protagonisten der #DigitalenBildung zu Wort kommen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Es würde uns sehr freuen, wenn ihr fleißig kommentiert und Nachfragen stellt.

 

#BayernEdu: Wer ist eigentlich Dejan Mihajlović? Bitte stelle dich unseren Lesern einmal kurz vor!

DM: Ich bin Vater von vier Kindern, unterrichte an der Pestalozzi Realschule in Freiburg Chemie, Geschichte, Mathematik und Ethik (Philosophie) und arbeite für das Staatliche Schulamt Freiburg als SMV BAG-Leiter und Fortbildner und für das Regierungspräsidium als SMV-Beauftragter. Außerdem bin ich im Vorstand des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee, zweiter Vorsitzender des Migrantinnen- und Migrantenbeirats der Stadt Freiburg und aktiv bei D64, dem Zentrum für digitalen Fortschritt.

#BayernEdu: Warum und aus welchen Motiven wurdest du eigentlich Lehrer?

DM: Eigentlich gab es zwei Gründe. Den Anstoß gab mein damaliger Chemielehrer auf der Leistungskurs-Hütte. Er war auch mein Mentor. So nannte man damals die für einen in der Oberstufe zuständige Person, die das Pendant zum Klassenlehrer darstellte. Seiner Meinung nach hätte ich den Vorteil, die Perspektive verhaltenskreativer Schüler_innen bereits zu kennen. Die Entscheidung, Lehrer zu werden, traf ich aber wegen meiner Freunde an der benachbarten Realschule. Da waren einige dabei, die meiner Meinung nach gegen enorme Widerstände zu kämpfen hatten und kleingeredet wurden, weil sie sich entweder offen kritisch äußerten oder deren Potenzial aufgrund von „kleineren Verhaltensnormabweichungen“ nicht erkannt wurde. Ich hatte mir vorgenommen, das zu ändern und Realschullehrer zu werden, um auch für diese Jugendlichen eine Lobby im Lehrerzimmer zu schaffen bzw. mehr zu unterstützen. Das ist und war natürlich eine stark subjektive Einschätzung, aber mein ehrlicher Beweggrund.

#BayernEdu: Sehr spannend, ich denke, da finden sich einige unserer Leser darin wider. Du sprichst ja – vielleicht gerade wegen den Gründen, die du oben genannt hast – gerne von dem Begriff #zeitgemäßeBildung. Kannst du knapp schildern, was du darunter verstehst und inwieweit die Digitalisierung aus deiner Sicht dieses Postulat unterstützen?

DM: Unsere Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter. Der digitale Wandel erhöht dabei das Tempo und löst zunehmend bestehende und bekannte Strukturen in allen Lebensbereichen auf. Mir erscheint es deshalb schlüssig, dass dabei auch unsere Vorstellung vom Lernen geprüft, neu überdacht und wenn nötig angepasst werden muss. Zeitgemäße Bildung verstehe ich somit nicht als eine Liste oder Tabelle von Inhalten, Tools oder Kompetenzen, sondern als eine Haltung und Vorgehensweise, Bestehendes in einem nie endenden Prozess aller Beteiligten an den gesellschaftlichen Entwicklungen orientierend stets kritisch zu hinterfragen und gemeinsam weiter auszuarbeiten. Es gibt also kein Endergebnis, das man abheften kann, sondern nur einen aktuellen Stand, der auf die jeweilige Beteiligten zugeschnitten ist. Idealerweise müsste das auf jeder Ebene unseres Bildungssystems möglich sein und gelingen. Kurz: Wir wissen nicht, was morgen junge Menschen erwartet und nicht wenige sind schon mit dem Heute überfordert. Sie möglichst gut darauf vorzubereiten, als Individuum und Teil der Gesellschaft mit komplexen Herausforderungen zurechtzukommen, sehe ich als Aufgabe zeitgemäßer Bildung.

#BayernEdu: Absolut interessant und aus meiner Sicht auch korrekt! In diesem Zusammenhang möchte ich das allseits bekannte 4K-Modell einmal ins Spiel bringen. Welche K’s sind aus deiner Sicht – neben den bekannten  – für unsere Schüler in Zukunft wichtig?

DM: Wenn es ein „K“ sein muss, entscheide ich mich für Kant bzw. den kategorischen Imperativ, der mir in einer zunehmend vernetzteren Welt herausfordernder, aber auch notwendiger erscheint. Die EU besteht aus 28 Mitgliedsstaaten, in denen über 500 Millionen Menschen leben. Sich daran zu orientieren, nur nach derjenigen Maxime zu handeln, durch die man zugleich wollen kann, dass sie ein allgemeines Gesetz werde, klingt nicht nur in diesem Fall für mich sinnvoll, zielführend und erstrebenswert.

#BayernEdu: Du bist ja auch in der Lehrerfortbildung tätig. Wie ist dein Eindruck? Welchen Teil der Lehrer erreicht man und wie groß ist die Bereitschaft seinen Unterricht auf neue Herausforderungen anzupassen?

DM: Welche Lehrende man erreicht bzw. deren Bereitschaft kann man nicht losgelöst vom Angebot bewerten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass inhaltlich und methodisch ansprechende Fortbildungen in Kollegien sehr wohl angenommen werden, Impulse auslösen oder sogar Prozesse in Gang setzen können, im Bereich der Schulentwicklung neue Wege zu beschreiten. Adäquate Antworten auf die aktuellen Herausforderungen durch das Digitale zu entwickeln, erfordert zuerst die Erkenntnis der Notwendigkeit und dann die dafür nötigen Ressourcen, langfristig, kontinuierlich und gemeinsam daran arbeiten zu können. Hier sehe ich momentan eine Chance in schulinternen und systemischen Fortbildungen, die sich an den Gegebenheiten und Wünschen vor Ort orientieren. Im Oktober biete ich für das Staatliche Schulamt Freiburg ein Barcamp für Schulleitungen an, um ihnen diese Idee näherzubringen. Das ist natürlich nur ein Ansatz. Die oben erwähnten nötigen Ressourcen sehe ich noch nicht gegeben.

#BayernEdu: Welche drei Projekte von dir liegen dir besonders am Herzen und könnten ggf. für unsere Leser interessant sein?

DM: Aula liegt mir sehr am Herzen, weil es in der Schule die Thematik anpackt, die man gerne und häufig fordert bzw. anpreist, aber selten umsetzt: Demokratie leben; wobei aula dabei noch das Potenzial des digitalen Wandels aufgreift. Alle Infos zum Projekt und Verlauf kann man auf diesem Blog, bei Facebook oder Twitter verfolgen. Ich bin auch gerade dabei das Resümee nach einem Jahr mit aula zu schreiben. Ein weiteres Herzensprojekt sind die Perlen von den Säuen. Im etwa monatlichen Rhythmus reden Andreas Hofmann, Anselm Maria Sellen und ich eine knappe Stunde über Themen aus dem Bildungsbereich und veröffentlichen das bei YouTube, iTunes und unserer neuen Heimatplattform dem edufunk. Das Digitale steht dabei gerne im Fokus. Da wir schon fast 100 Abonnenten bei YouTube haben und drei Likes beim letzten Video, warten wir noch auf den Anruf der Bundeskanzlerin, um auch ein Interview mit ihr zu machen. Unsere Anfrage via Twitter blieb bis heute aber leider noch unbeantwortet. Abschließen möchte ich mit dem Offenen Bildungsnetzwerk Freiburg. Die Projektidee entstand beim letzten EduCamp in Bad Wildbad. Im zweimonatigen Takt wollen Benedikt Sauerborn, Philip Stade, Olav Richter und ich in Freiburg allen Interessierten eine Möglichkeit fürs Netzwerken bieten. Viele Menschen sind im Bildungsbereich tätig und sind an berufliche oder strukturelle Vorgaben gebunden, was eine Zusammenarbeit erschweren kann. Deshalb wollen wir eine offene Plattform vor Ort schaffen, im Sinne des Webs, die einen noch besseren Austausch begünstigt und eventuelle Hindernisse hemmt oder bestenfalls verhindert. Wir werden über die Entwicklung bloggen und freuen uns über jede weitere Unterstützung.

#BayernEdu: Zur Sache mit der Bundeskanzlerin möchte ich anmerken, dass ein Interview mit euch für beiden Seiten ertragreich wäre. Ich wünsche euch dabei auf alle Fälle viel Erfolg bei diesem Projekt. Trotzdem nochmals nachgefragt: Gibt es bei aller Einschränkung trotzdem Lernszenarien oder Tooltipps, die du in deinem “digitalen” Unterricht regelmäßig nutzt?

DM: Ich denke, dass schon ausreichend Beiträge mit Tool-Empfehlungen durchs Netz schwirren. Was die Lernszenarien betrifft, trage ich gerne aktuelle Netzdebatten in die Klassen. Wenn ich z. B. mich mit Freunden und Bekannten im Web über Fake News diskutiere oder mit rechten Trollen zu kämpfen habe, suche ich nach Möglichkeiten, das auch im Unterricht zu thematisieren. Den Zugang zu Inhalten aus sozialen Netzwerken verschaffe ich mir über meine Accounts. Ich halte hier Authentizität für wichtig und lehne diesem Kontext schulisch konstruierte Inhalte und Umfelder eher ab. Dadurch nehme ich Schüler_innen und sie die Thematik ernst.

#BayernEdu: Zu guter Letzt noch 5 Halbsätze, die du gerne ergänzen darfst…

a) Mein Schultag war erfolgreich, wenn meine Schüler_innen und ich ihn nicht nur als einen Tag in der Schule erlebt haben.

b) Von der Politik wünsche ich mir, dass Schulen die Priorisierung erhalten, die stets beteuert wird. Das geht nur mit enormen Investitionen, Strukturen und Austausch, die offen, transparent, flexibel und nicht hierarchisch angelegt sind und dem primären Ziel, einer erfolgreichen Gesellschaft und nicht Parteipolitik.

c) Twitter ist für mich mein Online-Erstwohnsitz im digitalen Wandel.

d) Wenn ich an meinen Unterricht in 10 Jahren denke, dann hoffe ich auf Rahmenbedingung für (noch) offene(re)s und partizipative(re)s Lernen, Lehren und Prüfen.

e) BayernEdu wünsche ich, dass sich nicht nur viele Menschen diesem Netzwerk anschließen, sondern auch aktiv daran beteiligen.

#BayernEdu: Danke für das Interview! Wir wünsche dir für deine Arbeit weiterhin viel Freude und freuen uns auf weiteren Austausch mit dir!