Rückblick auf die BildungOnline in Hall i. Tirol

Rückblick auf die BildungOnline in Hall i. Tirol

Das 17-te Mal öffnete in Hall i. Tirol die BildungOnline ihre Pforten. Die von Harald de Zottis und Wolfgang Willburger organisierte Veranstalung ist mittlerweile zur  größte Bildungsmesse im Westen Österreichs angewachsen und steht für Innovationen im Bereich Bildung. Neben verschiedenen Firmen, die ihre Produkte zur Schau stellen, unterrichten auch verschiedene Referenten in Lerninseln Schüler der örtlichen Schule. Die digitalen Inhalte wählen sich die Referenten dabei eigens aus und setzen diese zusammen mit den Schülern um. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, zuzuschauen und auszuprobieren.

Die BildungOnline steht auch für die Umsetzung neuer Konzepte und versucht diese den Schulen zugänglich zu machen. Im Future Classroom Lab eröffnen sich ungeahnte pädagogische Möglichkeiten.

Wie einfach das sein kann, durfte ich bei Carlos Cunha erleben. Er hat in seiner Schule in Stúbal in der Nähe von Lissabon die Idee des Future Classroom Labs nach Brüsseler Vorbild aufgebaut und schafft dort mit seinen Schülern einen Bereich für jegliche Art entdeckenden Lernens. Hier der Link zu seiner Präsentation.
Dabei liegt die Idee des Future Classroom Labs eben genau darin, den Prozess des eigenständigen und entdeckenden Lernens durch eine neue Umgebung zu fördern. Jede der sechs Lernzonen (Untersuchen, Gestalten, Präsentieren, Interagieren, Austausch und Entwickeln) hilft das Lernen und Lehren weiterzuentwickeln. Dabei schlüpfen Schüler in die Lehrer-Rolle und verschiedene Lerntypen werden angesprochen.
Gerade Schüler, denen es schwer fällt, sich an Regeln und Normen zu halten, finden im FCL den notwendigen Raum, um effektiv zu lernen.

Die BildungOnline bietet Workshops, die jeder Besucher ohne Anmeldung besuchen kann.

Die Brockhaus Ne GmbH stellt sich den digitalen Herausforderungen in den Schulen. Die für den Unterricht optimierte Online-Enzyklopädie, inklusive Kinder- und Jugendlexikon, ist mit auf den Lehrplan ausgerichteten multimedialen Inhalten ergänzt und unterstützt Schülerinnen und Schüler ab Klasse 3 bei der Erstellung von Referaten, bei Projektarbeiten und beim Nachschlagen einzelner Fakten – kurzum beim täglichen Lernen. Zusätzlich bietet sie den Lehrkräften rechtssichere Hilfe bei der Unterrichtsvorbereitung und fachübergreifenden Medienbildung. Über die integrierte Lehrplanmatrix finden sich schnell themenbezogene Artikel, multimediale Inhalte, Grafiken und historische Karten als Basis für eigene Unterrichtsmaterialien. Ein  kostenfreies Kursangebot Brockhaus Medienwissen gibt zudem einen umfassenden Einblick in die Medienwelt von Jugendlichen und zeigt konkret, wie sich die Medienlandschaft verändert hat, welche wirtschaftlichen und sozialen Mechanismen zum Tragen kommen und welchen Herausforderungen Jugendliche in der Nutzung gegenüberstehen.

Ein Highlight der Veranstaltung war sicherlich der Workshop von Thomas Rittman (Mr. iPad-Schule Schweiz), der den sinnvollen Einsatz digitaler Medien anhand Best-Practice-Beispielen darstellte. Er ist Pionier der digitalen Bildung in der Schweiz und Organisator der im Juni stattfindenden TabletDays (Bericht folgt). In seiner unnachahmlichen Schweizer Leichtigkeit zeigte er an konkreten Fallbeispielen, wie individuelles Fördern unterstützt und Lernprozesse erleichtert werden können. Dazu sind neue Lehr- und Lernformen notwendig.

Lehrer müssen neue Wege einschlagen und gewohnte Pfade verlassen. Der entscheidende Punkt ist hier, dass der Lehrer eben diesen Weg gehen möchte und sich somit aus seiner Komfortzone herausbewegen muss. Mit der Einführung des neuen LehrplanPlus an weiterführenden Schulen in Bayern bietet sich diese Möglichkeit an.

Dies beschreibt auch Markus Dormann von der Universität Bamberg in seinem Vortrag über Bildung 4.0. Lehrer „müssen“ vorasuahnen, welche Entwicklungen eintreten könnten. Die Digitalisierung in der Gesellschaft wirkt sich auch auf Schule und Bildung aus. Einer möglichen Ersetzbarkeit von Berufen muss eine höhere Qualifizierung entgegengesetzt werden.

Die BildungOnline bietet Ausstellern die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren. Neben Mobiliar für offene Lernräume, Interaktiven Displays mit verschiedenen Anwendungsszenarien – auch in den Lerninseln – gab es auch allerlei Tablets und Laptops sowie Roboter. Jede Ausstellung wurde immer begleitet von Lehrern, die die Produkte auch direkt im Einsatz mit Schülern zeigten.

Die BildungOnline ist aber vor Allem ein Ort zum Austausch und Bilden von Netzwerken. Kollegen aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Deutschland kommen zusammen, um sich über ihre Sicht von digitaler Bildung zu unterhalten. Die lockere Atmosphäre – auch beim gemeinsamen Abendessen – unterstützt das nur.
Gleichzeitig nutzt man die Gelegenheit, Experten anzusprechen, Probleme zu diskutieren, aber auch Ideen und Inspirationen zum Umsetzen eigener Projekte aufzunehmen.

Die BildungOnline war allemal eine Reise wert. Ich kann jedem nur empfehlen – sofern sich die Möglichkeit bietet – an dieser tollen Veranstaltung teilzunehmen. Ich – für meinen Teil – versuche auch im nächsten Jahr wieder in Hall dabei zu sein.

Wir Lehrer sind es, die an der Basis Bildung in Händen halten. Wir sind es, die die Kinder unterrichten und wir sind es, die über das „WIE“ entscheiden. Lasst uns einfach beginnen, neue Wege zu erkunden und alte Strukturen aufzubrechen. Lasst uns neugierig bleiben!

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