Einladung zum 1. #BayernEdu-Globinar

Einladung zum 1. #BayernEdu-Globinar

Eine tolle Möglichkeit unsere Arbeit kennenzulernen bietet sich am 11.06. für alle Interessierten bzw. „Freunde der Digitalen Bildung“. Zusammen mit Christian Mayr werde ich bei Globinar-Legende Jürgen Wagner zum Thema H5P referieren. Teilnehmen ist ganz einfach, ihr müsst gar nicht viel tun:

  1. Schritt: Über diesen Link anmelden: Ihr erhaltet dann im Nachgang von Jürgen eine Teilnahmebestätigung und die Materialien sowie hilfreiche Links zur Veranstaltung.
  2. Schritt: Mithilfe der Software/App „Adobe Connect“ könnt ihr dann am Webinar teilnehmen. Tretet als „Gast“ in den Raum ein und gebt bitte den Klarnamen an. Den Link zum Raum findet ihr auch hier in der Webinarbeschreibung.
  3. Schritt: Schaut auch mal in die anderen Webinare rein, die Jürgen organisiert. Gerade auch für Fremdsprachenlehrer wird hier sehr viel angeboten, daher ist die Bezeichnung „Globinar“ auch durchaus berechtigt.
  4. Schritt: Wer sich vorab über H5P informieren möchte, dem sei folgender Artikel empfohlen, den wir zusammen mit Nele Hirsch und Maximilian Vogt verfasst haben.

Letztlich schließt sich hier für mich persönlich ein Kreis. Im Jahr 2014 habe ich das 1. Mal über Twitter von dem Thema „Webinar“ erfahren und dieses Fortbildungsformat sehr schätzen gelernt. Gerade im „Digitalen“ habe ich hier sehr viel Neues erfahren, was mich und meinen Unterricht absolut bereichert hat. Wenn wir von #BayernEdu jetzt hier über dieses Angebot etwas an die Community zurückgeben können, würde uns das sehr freuen.

 

 

 

 

 

 

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Die gelassenste Rezension aller Zeiten: Bob Blume „Abc der gelassenen Referendare“

Die gelassenste Rezension aller Zeiten: Bob Blume „Abc der gelassenen Referendare“

„Ein humorvoller Ratgeber für eine leidende Spezies“ – unter diesem Untertitel liegt seit Kurzem im AOL-Verlag der Erstling „Abc der gelassenen Referendare“ des im absolut positiven Sinne online-omnipräsenten Bob Blume vor. Für meine Rezension beschloß ich daher Blumes Vorschlag wörtlich zu nehmen und eine gelassene Rezension an einem meiner Lieblingsorte zu verfassen. Möge das Experiment beginnen…

Blume, ein bloggender Lehrer, der sympathisch-witzig auf Twitter das (pädagogische) Weltgeschehen kommentiert, behandelt in seinem 119 Seiten starken Werk, eines seiner Lieblingsthemen – das Referendariat mit all seinen Facetten. Wie in seinem immer hörenswerten Podcast „Der Referendarsflüsterer“ legt er dabei aber weniger Wert auf Horrorgeschichten oder auf übertriebene Panikmache. Vielmehr zeigt er in klarer, verständlicher Sprache auf, welche Strategien es benötigt, um die Ausbildung zum Lehrer „gelassen“ zu bewältigen. Unter den jeweiligen Anfangsbuchstaben, die teilweise auch doppelt besetzt werden, kann man Wissenswertes über „Computereinsatz“, „Schulleitung“, „Lehrproben“ oder „Zusammenarbeit“ erfahren. So weit, so gewöhnlich. Den „Mehrwert“ macht aber die Diktion der „Lexikoneinträge“ aus. So sind alle Kapitel, die bei Bedarf auch gut einzeln zu lesen sind, immer von einer konstruktiven Wertschätzung geprägt, die auch bei schwierigeren Themen wie „Durchfallen“ Perspektiven aufzeigt. Hier schreibt jemand, der seinen Beruf liebt und möchte, dass auch andere davon angesteckt werden. Genau dies geht üblichen Einführungsbüchern nämlich zuweilen ab, da diese doch immer wieder ins Fach(didaktische) abdriften und es letztlich entweder um Formalia oder „nur“ um guten Unterricht geht.
Blume zeigt in seinem Werk aber sehr treffend auf, dass zum Lehrerberuf auch, nennen wir sie „soft skills“, dazugehören. Erst wenn z. B. „Jeder mitgenommen wird“ und man als Referendar sein Wirken einer „Reflexion“ unterzieht, wird das Ganze nicht zur „Qual“ und es entsteht die nötige Qualität, um auch den „Fachleiter“ überzeugen zu können. Auch neu ist der Fokus auf Themen wie „Ordnungssysteme“, „Planung“ oder „Verwaltungsarbeit“, die oftmals sicher auch der Grund sind, warum man sich als Referendar nicht allzu „gelassen“ zurücklehnt, sondern „Gruppendruck“ und den „Besuch“ fürchtet. Alles gehört irgendwie zusammen und genau das erfährt man in diesem Buch, das mit witzigen Illustrationen (Zeichner: Stefan Quandt) aufgelockert wird.

Ich würde dieses Buch auf jeden Fall z. B. Studienseminaren als ein passendes Einstiegsgeschenk empfehlen, die ihren Referendaren einerseits die „Wahrheit“, aber andererseits auch die „Einzigartigkeit“ dieses Berufes näherbringen wollen. Auch wenn Blume zuweilen subjektiv argumentiert, kann ich doch fast alle Aussagen aus meiner Erfahrung heraus unterschreiben. Es wäre sicher spannend die Reihe noch fortzuführen, denn es gibt noch genügend „Buzzwords“ aus der Lehrerausbildung, die endlich einer kritisch-humorvollen Analyse unterzogen gehören.

In eigener Sache: Ich hoffe, dass mein Experiment einigermaßen geglückt ist. Mein Kaffee ist nun ausgetrunken und ich mache mich nun wieder an die Arbeit. Denn ein Lehrer ist zwar nie wirklich „fertig“, hat aber dafür auch stets viel Freude an seinem Beruf, wenn er die nötige Gelassenheit an den Tag legt.

BYOD im Unterrichtsalltag – ein Erfahrungsbericht oder: Mein Leben in der BYOD-Welt!

Vorbemerkung:

Beim folgenden Bericht handelt es sich um persönliche Erfahrungen aus dem Alltag unserer Schule. Daraus soll und kann keine Allgemeingültigkeit abgeleitet werden! Außerdem wird das praktizierte Verfahren keinesfalls als das Beste gesehen, sondern als ein möglicher gangbarer Weg, der wie alle anderen erprobten/in Erwägung gezogenen seine Schwächen hat. Diese, aber auch unsere, positiven Erfahrungen sollen im Folgenden thematisiert werden.

Weiterlesen „BYOD im Unterrichtsalltag – ein Erfahrungsbericht oder: Mein Leben in der BYOD-Welt!“

Rezension: „Schwimmen lernen im digitalen Chaos“

Rezension: „Schwimmen lernen im digitalen Chaos“

Nonsens, Hoax, Fake News, Verschwörungstheorien – das Netz ist so voll von derartiger „Informationsverschmutzung“, dass Philippe Wampfler, einer der profiliertesten Experten zu Fragen der digitalen Bildung, in diesem Monat ein neues Buch über dieses Phänomen vorgelegt hat. Unter dem Titel „Schwimmen lernen im digitalen Chaos – Wie Kommunikation trotz Nonsens gelingt“ wird auf 156 interessant zu lesenden Seiten auch eine Art Programm zum Umgang mit „Nonsens“ entworfen, das gerade auch im schulischen Kontext für Eltern, Lehrkräfte und Schüler erste Handlungsempfehlungen offeriert. Daher beschäftigt sich #BayernEdu in seiner 1. Rezension etwas ausführlicher mit dieser Neuerscheinung:

Wampfler, das merkt man gerade am Anfang des Buches, ist ein Vollblutwissenschaftler, der gerne definiert, abgrenzt und seine Thesen mit aktuellen Beispielen veranschaulicht. Man erwartet bei diesem Thema natürlich Bezüge zum vergangenen US-Wahlkampf (Stichwort „Pizzagate“) und bekommt diese auch geliefert. Sein Fokus liegt aber zunächst auf der Begrifflichkeit „Nonsens“, der er das Konzepts des „Bullshits“ (Reden, ohne wirklich etwas zu sagen) und der momentan sich in aller Munde befindlichen „fake news“ (fabrizierte Meldungen mit Täuschungsabsicht) gegenüberstellt. „Nonsens“ ist für Wampfler eine Art Oberbegriff. Es geht nämlich letztlich bei jeglicher derartiger Äußerung darum, dass Menschen bei ihrer Informationssuche verunsichert werden, wenn sie den „Nonsens“ nicht als diesen erkennen können. Das mag es auch in analogen Zeiten schon gegeben haben. Heutzutage sind User aber Prosumierende und verbreiten diesen Nonsens auch unreflektiert, was auch zur derzeitigen Medien- und Vertrauenskrise gegenüber Eliten beigetragen hat. So weit, so richtig.

Daran anschließend werden gesellschaftliche Faktoren der „Nonsens-Produktionsmaschinerie“ analysiert. Die technischen Voraussetzungen Nonsens ins Netz zu stellen sind spürbar niederschwellig, wie eindrucksvoll an der Seite Channel23News.com illustriert wird. Eine veränderte Medienlandschaft (wiederum am US-Beispiel gezeigt, warum eigentlich nicht einmal an einem anderen, weniger bekannten Beispiel?) und die schwindende mediale Sicherheit sind der Output dessen. Wirklich interessant zu lesen sind die Kapitel zu den Hintergründen der „Kommentarkultur“ im Netz, die Wampfler mit dem reißerisch-korrekten Begriff „Meinungspornografie“ umschreibt. Das ehemalige Schreibkonzept der Netiquette ist tot, da das Explizite, die Inszenierung und der Tabubruch mehr Klicks und Aufmerksamkeit bringen. Technikkonzerne profitieren davon genauso wie auch der Schreiber selbst – und auch manche Newsportale sowie Politiker sind sich dieser „verbalen Spirale“ bewusst. Das Problem dabei ist, wir verlassen uns, so Wampfler, bei der Informationsgewinnung zunehmend lieber auf unser Bauchgefühl als auf Expertisen („Wahr ist, was sich wahr anfühlt.“), gerade dann, wenn die Fakten unsere eigene Handlungsweise (Verhalten wir uns so, dass wir aktiv etwas gegen den Klimawandel tun?) in Frage stellen. Ein weiterer Grund, warum wir Nonsens so oft auf dem Leim gehen, liegt dann auch an der eigenen Online-Eitelkeit oder an der Tatsache, dass es mittlerweile Untersuchungen zu einer sog. „Digitalen Konzentration“ gibt. Menschen verarbeiten mehrere Reize routiniert, aber oberflächlich und es wird weniger tiefgründig darüber nachgedacht. Eine Tatsache, die es prinzipiell auch beim digitalen Unterrichten zu beachten gilt und dem Nonsens natürlich ebenso Tür und Tor öffnet.

Bis zu diesem Zeitpunkt kann man dem Buch wenig vorwerfen. Letztlich sollte man aber auch berücksichtigen, dass der Leser schon ein wenig Vorwissen haben muss, um allen Begriffen und Konzepten folgen zu können. Aber Wampfler hat dies wohl absichtlich derart gestaltet um seinen „Schwimmkurs“, damit Kommunikation im Netz gelingen kann, im 2. Teil des Buches ab Seite 91 etwas populärwissenschaftlicher formulieren zu können. Diese Tipps sind dann auch recht hilfreich (Fragen stellen, Empathie zeigen, sein eigenes PLN aufbauen, weniger Push-Mail – mehr Slow News, Filtersouveränität beweisen), haben bewussten Sammel- bzw. Aufzählungscharakter und bieten auch praktische Beispiele, wie man diese Vorschläge in die Tat umsetzen kann. Hier ist Wampfler trotz seiner sicher eigenen Bedenken etwas toolifiziert unterwegs, was aber der Sache keinen Abbruch tut, wenn man den „Schwimmkurs“ auch als eine Art Ratgeber liest. Nach einem kritischen Exkurs zur Rolle der Medien und der Ideenentwicklung eines Trust Centers, an das sich Journalisten und Publikum wenden können, wenn sie Nonsens wittern, kommt dann Wampfler noch auf die Rolle der Schule zu sprechen.

„Lernen mit 4K“ – unter diesem Kapitel subsumiert Wampfler vieles, was ihm, ganz zurecht spricht hier der besorgte Pädagoge, am derzeitigen Schulsystem stinkt. Die Digitalisierung bedroht das System Schule als Ganzes, da sie nicht mehr der einzige Ort der Wissensvermittlung ist. Prüfungen werden dennoch nur auf Gelerntem basierend konzipiert, eine wirkliche Kompetenz und Eigenleistung ist das nicht. Anhand der Bildungsvision der OECD 2030 stellt Wampfler gerade auch in den „Nonsens-Kontext“ die Ideen der 4K in den Vordergrund. Allerdings bleiben die Beispiele doch eher allgemein gehalten. Das Beispiel Projektarbeit „Ramen-Nudeln“ (Aufgabe: Lernende sollen Ideen entwickeln, wie diese besser schmecken oder gesünder werden) benötigt zwar die 4K in Reinkultur, ist aber im traditionellen Unterrichten momentan nur schwer durchführbar. Es wäre wünschenswert, wenn hier auch realistischere Beispiele für eine normale Unterrichtssequenz oder -stunde genannt worden wären. Letztlich sind die 4K ja ein Schlüssel zum Bekämpfen des vorliegenden Problems. Es ist daher doch unabdingbar auch unter den gegebenen schulischen Bedingungen damit zu starten und nicht auf die alljährliche Projektwoche zu warten.

Letztlich schließt das Buch damit, dass es eben heutzutage nicht mehr so leicht möglich ist, Nonsens im Netz zu erkennen. Es bedarf daher einer Thematisierung und der Anstrengung aller Beteiligten, um das Phänomen immer wieder aktiv in den Fokus zu rücken, denn eine digitale Askese, z. B. im Spitzerschen Duktus, ist weder hilfreich noch in der heutigen Zeit möglich.

Fazit: Wampfler kann flüssig, gehaltvoll und gut belegt schreiben, ohne als digitaler Oberlehrer rüberzukommen. Eine Grundahnung beim Leser vorausgesetzt, kann das Buch, das 29 € kostet und im Stämpfli Verlag erschienen ist, einen wertvollen Beitrag zur Debatte „Nonsens im Netz“ leisten, Denkprozesse anstoßen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man, gerade auch als Lehrkraft etwas dagegen tun kann, wenn man die Hintergründe kennt. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die schulischen Aspekte noch ausführlicher in konkrete 4K-Unterrichtsideen umgesetzt werden würden, wenn auch klar sein muss, dass das Buch nicht explizit für Lehrer verfasst wurde. Im Rahmen einer DiBiS-Sitzung werde ich das Thema anhand des Buches wieder aufgreifen.

Acht digitale Unterrichtserfahrungen aus dem Alltag

Vorbemerkung

Die folgenden Beispiele sind Erfahrungen, die ich versucht habe, so darzustellen, dass sie verständlich sind und (überwiegend) einen sehr niederschwelligen Einstieg ermöglichen. Keinesfalls sollen die Beispiele als ideale Umsetzung (Musterlösung) für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht verstanden werden. Es ist lediglich ein Erfahrungsbericht, der Eindrücke und im Idealfall Orientierung bieten soll.

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Krommer vs. Wörner – ein Duell um die Digitale Bildung, das keines war

Krommer vs. Wörner – ein Duell um die Digitale Bildung, das keines war

Sie werden von diesem Artikel enttäuscht sein, wenn Sie Freund von zwischenmenschlichen Scharmützeln, Debatten unter der Gürtellinie oder rein polemischen Diskursen sind. Denn all das war es nicht, was sich am letzten Montag (13.11.) an der FAU Erlangen-Nürnberg abspielte.

Gerne war ich der Einladung Axel Krommers, DEM advocatus diaboli in Sachen Digitale Bildung im deutschsprachigen Raum, gefolgt, meine Idee von digitalem Deutschunterricht in seinem Seminar „Deutschunterricht unter den Bedingungen der Digitalisierung“ vorzustellen. Und das obwohl mir manche abgeraten, andere mir wieder Mut gemacht hatten. Zu weit schienen unsere #BayernEdu-Praxis-Konzepte von der von vielen Twittervordenkern erwünschten „Digitalen Bildung“ entfernt. Letztlich mussten sich einige von uns sogar den Vorwurf gefallen lassen, dass sie z. B. im Rahmen des Flipped Classrooms eine Art „palliative Didaktik“ betreiben würden. Darunter versteht Axel Krommer u. a., dass das Abspielen von Lernvideos eher den traditionellen Frontalunterricht unterstützt und zudem überholte didaktische Ideen unbewusst immer weiter tradieren. Kurz: Wir erhalten damit in gewissem Sinne das alte Schulsystem und graden alten Wein in neue Schläuche up, anstatt die gesamten Potenziale der Digitalisierung im Unterricht auszunutzen. Aus Krommers Sicht im Prinzip ein Krisenszenario, …

… welches ich ein Stück weit aufbrechen konnte. Im Gespräch zeigte sich, dass Theorie und angewandte Praxis durchaus weit voneinander entfernt sein können und die Rahmenbedingungen dabei eine sehr große Rolle spielen. Diese Diskrepanz konnte aber aufgebrochen werden. Ein QR-Code auf einem Arbeitsblatt ist für viele Lehrkräfte zunächst mal eine gute Möglichkeit ins Thema einzusteigen und führt in vielen Fällen auch dazu, dass Kollegen „sich auf den Weg machen“. Ein LearningSnack sinnvoll ins Unterrichtsszenario integriert und dann in einem nächsten Schritt von den Schülern selbst erstellt, bringt die 4K in den Unterricht und schult nicht nur digitale Kompetenzen. Der Grundsatz „Ergänzen statt Ersetzen“ wurde von allen Anwesenden als ein derzeit gangbarer Weg für gut befunden.

Wo Krommer recht hat, ist aber auch die Tatsache, dass das digitale Prüfen noch in den Kinderschuhen steckt und einen spannenden Forschungs- und Entwicklungsansatz des digitalen Deutschunterrichts darstellt. Hier konnte ich nur ansatzweise gute Ideen benennen, die sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sind.

Als Output unseres Joint-Venture vereinbarten wir, dass im Seminar in den nächsten Wochen mit der Unterstützung von Christian Albrecht (wissenschaftl. Mitarbeiter) die Studenten Ideen zum Digitalen Prüfen einer Erörterung erarbeiten, die ich dann mit meiner Deutschklasse im nächsten Schuljahr erproben werde. Eine tolle Sache, die vielleicht Modellcharakter haben könnte. So wurde unser Treffen zu einem Duell, das keines war. Aber eine Verzahnung zwischen den beiden Einrichtungen Universität und Schule ist ja auch kein so schlechter Ertrag, so dass sich zumindest meine Enttäuschung am Ende des Tages in Grenzen hielt.

#GDM17 – die besondere Bildungstagung im oberbayerischen Silicon Valley

#GDM17 – die besondere Bildungstagung im oberbayerischen Silicon Valley

Eichstätt – die beschauliche Barockstadt, die so weit vom Schuss liegt, dass sie einst sogar Napoleon in seinem Eroberungsfeldzug aufgrund eines Nebelschleiers übersah, steht wie kein zweiter bayerischer Standort für digitale Bildungsinnovationen. Unter dem etwas sperrigen Titel „Mixed Reality und die Zukunft des Lernens – Zukunftstechnologien für Bildungskontexte“ fand unter der Federführung des Instituts für digitales Lernen eine hochkarätige Tagung statt, die sich spürbar erfrischend von allen anderen Veranstaltungen aus diesem Bereich abhob. Zum einen lag das an den ca. 100 Teilnehmern, die aus allen möglichen digitalen (Bildungs-)Bereichen stammten, zum anderen aber auch an der locker-flockigen Atmosphäre, die durch den herrlich schrullig-nerdigen Moderator Dominic Possoch erzeugt wurde.

Insgesamt acht kurze Keynotes und ein Panel, an dem Josef Buchner, Nina Toller und ich teilnahmen, boten ein ziemlich straffes, aber auch abwechslungsreiches Programm, das viele neue Gedanken und Anknüpfungspunkte bot, über die Digitalisierungstrends VR, AR, MR und deren Einfluss auf Bildungsszenarien nachzudenken. Klar wurde bei allen Vorträgen: Wir sind mittendrin in einer spannenden Zeit, die das Lernen und Lehren nachhaltig verändern wird, wenn auch noch nicht klar ist (und auch gar nicht sein kann), welche Trends sich letztendlich durchsetzen werden (und wie diese dann in der Schule ankommen werden, ist sicher noch eine ganz andere Frage). 

Was stach nun heraus und lohnt sich auch in diesem Beitrag zu erwähnen? Da wäre zunächst einmal die hervorragende Keynote von Dr. Marcus Ventzke zu nennen, der sich dem Thema Virtual Reality bildungsphilosophisch näherte. Dass der Mensch das einzige Lebewesen ist, das echte „Virtualität“ erleben, erzeugen und erdenken kann, mag zunächst banal klingen, könnte gerade auch gegenüber Kritikern des Themas ein stichhaltiges Gegenargument liefern. Was für Kinder noch in Ordnung ist (Leben in Phantasiewelten), wird mit zunehmendem Alter als „Spinnereien“ abgetan. „Warum eigentlich?“, stellte Dr. Ventzke in den Raum.

Wie das Thema in der Schule angegangen werden kann, zeigte anhand eines konkret durchgeführten Biologie-Projekts Dr. Susanne Rupp vom Cornelsen Verlag. Sicher ein guter Ansatz, wenn man den Schülermeinungen zur virtuellen Unterrichtssequenz „Verdauungssysteme“ Glauben schenken darf. Etwas mehr Zutrauen in das freie Arbeiten der Schüler wäre hier aber durchaus noch zu integrieren. Trotzdem stellt das Konzept einen der ersten deutschsprachigen Ansätze dar, die VR ins Klassenzimmer bringen können und das auch für einen akzeptablen finanziellen Aufwand, wenn die nötigen Devices bei den Schülern vorhanden sind.

Nach der Mittagspause wurde es dann fast schon kontrovers, als es in zwei aufeinander folgenden Vorträgen um 360-Grad-Videos und VR-Content ging. Hier zeigten sich diverse Anwendungsmöglichkeiten auch im schulischen Bereich, gerade wenn man an das Thema „Exkursionen“ denkt. Außerdem wurde klar, noch sind die erst genannten Angebot der VR-Technik auch ökonomisch noch überlegen, das ausgerufene Jahr der Virtuellen Realität“ 2017 hat so nicht stattgefunden. Auch das „bessere Storytelling“ könnte momentan noch für 360-Grad-Angebote sprechen, auch wenn das Lernen mit VR einiges an Potential bietet. Das prinzipielle Problem der Zukunftsvorhersagen in der digitalen Welt erläuterte dann Johannes Klingebiel in der für meine Begriffe besten Keynote der Tagung. Ein kleine Handreichung, wie wir die Trends der Digitalisierung vielleicht doch ein wenig genauer verstehen und vorhersagen können, rundete diesen Teil der Tagung passend ab.

Im letzten Teil wurde es dann didaktischer. Josef Buchner zelebrierte mit der ihm eigenen alpenländischen Souveränität seine Ideen zum Einsatz von Augmented Realitiy im Klassenzimmer vor dem staunenden Publikum. Plötzlich erscheinende Dinosaurier gepaart mit konkreten Unterrichtseinsätzen aus dem Fach Geschichte zum Thema „Hexenverfolgung“ bewiesen überzeugend, dass auch wenig technikaffine Lehrer selbst mit AR produktiv werden und ihre Stunden damit „upgraden“ können. Nicht zuletzt deshalb, da Buchner dokumentierte, dass sich die subjektiven Effekte auch wissenschaftlich-objektiv nachweisen lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich auch zu #GDM18 wieder ein derartig hochkarätiges Programm zusammenstellen lässt (Benjamin Heinz, wir zählen auf dich und kommen wieder). An der Präsenz von #BayernEdu wird es sicher auch im nächsten Jahr nicht mangeln, da aufgrund der guten Zugverbindungen und moderner Navigationsgeräte der napoleonische Fauxpas sich sicher nicht wiederholen wird.

 

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